ARBÖ: Lkw-Verkehr wird immer größeres Sicherheitsrisiko

Lkw-Überholverbote sind zu wenig, mehr Kontrolle der Lenkzeiten und Sicherheitsabstände erforderlich

Wien (ARBÖ) - Im Hinblick auf den immer stärker zunehmenden Lkw-Verkehr auf Österreichs Straßen, der durchschnittlich um fünf Prozent pro Jahr wächst, steigt auch das Sicherheitsrisiko und die Unfallhäufigkeit, warnt der ARBÖ. Der Anteil der Lkw-Unfälle auf Autobahnen und Schnellstraßen am Gesamtunfallgeschehen stieg auf 17,9 Prozent. Bei den Lkw-Unfällen mit tödlichem Ausgang stieg der Anteil sogar auf über 30 Prozent im Jahr 1999 an. Der ARBÖ tritt daher für eine nationale Verkehrssicherheitskampagne ein, wobei
ein besonderes Anliegen der enorm wachsende Lkw-Verkehr ist.

Nach Ansicht des ARBÖ bedarf es großer Anstrengungen in der Bewusstseinsbildung um einen gesellschaftlichen Konsens über das Verhalten im Straßenverkehr zu erreichen. Ziel muss sein, Kooperation statt Konkurrenz und Verantwortung statt Gleichgültigkeit unter allen Verkehrsteilnehmern zu erreichen. Das Verhältnis zwischen Lkw- und Pkw-Fahrern ist zu entspannen, denn alle Fahrer sind Partner auf der Straße.

Lkw-Überholverbote zeigten Wirkung

Die regionalen Lkw-Überholverbote auf jenen
Autobahnabschnitten, die eine besonders hohe Lkw-Unfallrate aufweisen, haben sich sowohl in der Unfallbilanz als auch bei der Flüssigkeit des Verkehrs positiv bewährt. Dennoch nimmt die Serie von schweren Lkw-Unfällen auf Österreichs Straßen kein Ende. Dipl.Ing. Martin Ognar, Leiter der ARBÖ-Technik, sieht die Gründe darin: "Der Güterverkehr auf der Straße nimmt ständig zu und dadurch steigen auch die Probleme. Die häufigsten Unfallursachen sind der zu geringe Sicherheitsabstand und die Übermüdung der Lkw-Lenker. Wir brauchen hier einen europäischen Konsens bezüglich der technischen und sozialen Sicherheitsstandards, wobei die
Ausbildung der Lenker und die Sicherung der Ladung Schwerpunkte
sein müssen."

Nach Meinung des ARBÖ ist es erforderlich, dass in erster Linie verstärkte Kontrollen der Sicherheitsabstände, der richtigen Sicherung und Kennzeichnung des Ladegutes sowie der Lenkzeiten erfolgen. Es müssen auch menschengerechte Arbeitsbedingungen, wie beispielsweise ausreichende Ruhezeiten, für den Berufskraftfahrer ermöglicht werden. Dipl.Ing. Ognar abschliessend: "Die Sicherheit auf Österreichs Straßen zu erhöhen, bedeutet jedenfalls ein Bewusstsein für die Anliegen aller Verkehrsteilnehmer zu schaffen. Es dürfen Gruppen von Verkehrsteilnehmern keinesfalls
gegeneinander ausgespielt werden."

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