Wüstenrot nimmt zur OTS-Aussendung von LAbg. Marko Smoliner Stellung

SALZBURG (OTS). Aufgrund des von Herrn LAbg. Marko Smoliner heute mittels OTS0107 5 II 0241 LKW001 CI verbreiteten Nachricht sehen wir uns veranlasst, den an Herrn LAbg. Smoliner gerichteten Brief derselben Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. In einem Gespräch zwischen Hrn Smoliner und GD Geier wurde unsere Vorgehensweise nocheinmal durchbesprochen und von Herrn Smoliner akzeptiert. Eine versprochene Richtigstellung wurde bis dato nicht umgesetzt.

Wüstenrot Versicherung für Nigerianer!

Sehr geehrter Herr Landtagsabgeordneter!

Am 16.3.2000 hat sich tatsächlich wie von Ihnen formuliert eine "unglaubliche Angelegenheit" in unserem Haus ereignet. Ich darf Ihnen den Sachverhalt kurz schildern:

Die Gesellschafterin des bei uns seit 1994 registrierten Versicherungsmaklerbüros Böhm GmbH, Comeniusgasse 2/4, 1170 Wien, wollte telefonisch das Angebot einer Versicherung für einen Mann, dessen Geburtsdatum sie nannte. Auf die Frage, welcher Tarif es sein soll, antwortete sie, sie wisse es nicht, die Frage nach ihrer Provisionsnummer konnte sie nicht beantworten und weiteren Fragen bezüglich der Art der Versicherung wich sie mit dem Hinweis, dass sie jetzt keine Zeit habe, aus. Die Sachbearbeiterin, Frau Binder, verblieb mit ihr so, dass sie ihr ein Angebot für eine private Vorsorge per Fax durchgeben wird. Noch bevor es zur Übermittlung des Angebots kam, rief Frau Böhm neuerlich an und teilte mit, dass sie vorhin vergessen habe, darauf hinzuweisen, dass es sich um einen Nigerianer als Antragsteller handelt. Frau Binder sagte dann, dass das soeben berechnete Angebot für einen Nigerianer nicht gelte und dass war das Stichwort, auf das Frau Böhm offensichtlich gewartet hat. Es folgte eine sehr unsachliche Diskussion, über die wir uns nur wundern können, weil Frau Böhm in ihrer Eigenschaft als Makler eigentlich die versicherungstechnischen Hintergründe kennen sollte. Es geht hier nicht um eine rassistische Annahmepolitik, die man uns gerne unterstellen möchte, und auch nicht um Ausländerfeindlichkeit, sondern es ist bei jedem Versicherungsangebot einer Personenversicherung die Staatsangehörigkeit des Interessenten vor allem deshalb zu berücksichtigen, weil unsere Risikotarife auf österreichischen Rechnungsgrundlagen basieren und für die Berechnung der Risikoprämie die österreichische Sterbetafel herangezogen wird.

Weil sich die europäischen Sterbetafeln einigermaßen ähneln, sind bei Tarifen mit entsprechender Risikokomponente alle europäischen Staatsbürger mit österreichischen Staatsbürgern gleichgestellt. In allen anderen Fällen ist das Einzelrisiko zu prüfen und mit unserem Rückversicherer abzustimmen. Es ist richtig, dass wir derzeit für afrikanische Staatsbürger wegen der hohen Kosten keine Risikoversicherungen anbieten.

Bei Versicherungstarifen, bei denen die Risikokomponenten minimal sind, gibt es bei Wüstenrot keinerlei Einschränkungen. Eine Erlebensversicherung, ein Wertbrief, ein Europrämienlossparbrief kann von allen Interessenten, gleichgültig welcher Nationalität, abgeschlossen werden.

Im konkreten Anlassfall kam es gar nicht dazu, die eigentliche Zielsetzung des Versicherungsvertrages herauszuarbeiten, weil es Frau Böhm offensichtlich nur um ein ganz besonderes Ziel ging. Das Maklerbüro hat bis heute unserem Unternehmen keine einzige Versicherung vermittelt und dabei wird es auch bleiben.

Sehr geehrter Herr Landtagsabgeordneter, ich gebe Ihnen daher gerne die gewünschte Auskunft zu Ihren Fragen:

1. Nigerianische Staatsbürger mit Wohnsitz in Österreich können bei uns beliebig viele Versicherungen abschließen, wenn es sich um Erlebensversicherungen handelt. Risikoversicherungen scheiden generell aus Kostengründen aus, die Prüfung von Einzelrisiken muss im Interesse aller Versicherten nach strengen Maßstäben erfolgen, weil wir schließlich schon in zwei Fällen überaus schlechte Erfahrungen gemacht haben. Die beiliegende Kopie eines Berichts im Kurier vom 17.11.1995 wird Ihnen die Richtigkeit unserer Vorgangsweise verständlich machen.

2. Die vorhin beschriebene Praxis hat nichts mit Hautfarbe oder Schwarzafrikanern zu tun, sondern ausschließlich mit den versicherungstechnischen Rechnungsgrundlagen, d.h. es muss die Berechnung der Risikoprämie für alle außereuropäischen Antragssteller besonders geprüft und berechnet werden.

3. Wir verwahren uns gegen die Unterstellung einer Diskriminierung aufgrund von Herkunft und Rasse. Jede andere Versicherung in Österreich wird dieses Problem der versicherungstechnischen Rechnungsgrundlagen gleich behandeln.

4. Persönlich darf ich Ihnen mitteilen, dass ich seit Oktober 1991 Bausparkassen und Lebensversicherungen in den Nachbarstaaten Tschechien, Slowakei, Ungarn, Kroatien und Polen gegründet habe und ich seit Jahren einen ausgesprochen guten Kontakt zu den Kollegen im Ausland pflege. Umso mehr trifft es mich, wenn dem von mir geführten Unternehmen Ausländerfeindlichkeit unterstellt wird und ich den Eindruck gewinnen muss, dass es hier einer Gruppe von Menschen ausschließlich darum geht, parteipolitisches Kleingeld zu sammeln.

Mit freundlichen Grüßen
Dir. Helmut Geier

PS: Ich möchte in diesem Zusammenhang nochmals darauf hinweisen, dass es in unserem Bestand viele Verträge mit Versicherungsnehmern gibt, die nicht Europäer sind, dass wir bei Restschuldversicherungen keinerlei Vorbehalte haben und dass es auch dann kein Problem gibt, wenn der Versicherungsschutz auf Österreich bzw. auf Europa eingeschränkt wird. Für darüber hinaus gehende Risiken ist eine Einzelprüfung vorgesehen, wobei es natürlich auch auf die jeweilige Höhe der Versicherungssumme ankommt.

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