ÖH Uni Wien: Nein zu Studiengebühren

Universitätsautonomie ist zu diskutieren

Wien (OTS) - Die Positionen der neuen Bundesregierung und des Bildungsministeriums für den Bereich Universitäten werden von der Hochschülerschaft, der gesetzlich verankerten Interessensvertretung, kritisch geprüft.

"In der derzeitigen Debatte um die Universitätsautonomie tauchen viele Punkte auf, die zu hinterfragen sind" erklärt die Vorsitzende der ÖH Uni Wien, Angelika Obermayr. Die Studierendenvertreter im Beratungszentrum der ÖH kennen die vielfältigen Probleme der Studierenden aus ihrer täglichen Arbeit. "Für diese Probleme ist das Autonomiemodell keine Patentlösung." so Brenda Annerl, stellvertretende Vorsitzende der ÖH Uni Wien. Außerdem bedeute Uniautonomie nicht automatisch und mit Sicherheit Studiengebühren.

Mit Fragen der Vollrechtsfähigkeit müssen sich die Gremien der Universitätund der ÖH genau auseinandersetzen. "Unsere Aufgabe ist es, alle Pläne der Bundesregierung genau auf mögliche Gefahren für uns Studierende zu überprüfen", so Obermayr. Vor einer intensiven Diskussion mit politischen Entscheidungsträgern scheue die Hochschülerschaft nicht zurück, denn die Aufgabe der Interessenvertretung für Studierende müsse intensiv wahrgenommen werden.

Die ÖH an der Uni Wien beschloß einstimmig in der Sitzung der Universitätsvertretung folgende Resolution:

Keine Ausländerfeindlichkeit

Die ÖH spricht sich nach wie vor entschieden gegen jede Form der Ausländerfeindlichkeit und des Antisemitismus aus und wird solchen Tendenzen überall entgegenwirken. Aber nicht nur das Vermeiden von Verschlechterungen, sondern eine Verbesserung der Lage ausländischer Studierender wird angestrebt, um diesen endlich Möglichkeiten wie Nebenerwerb neben dem Studium, Turnusplätze oder Gerichtsjahr zu ermöglichen, die für Österreicher selbstverständlich sind. Auch die Kontingentierung der Studienplätze für ausländische Studierende für bestimmte Studienrichtungen muß abgeschafft werden.

Nein zu Studiengebühren

Wir lehnen jede Form der Beschränkung des freien Universitätszuganges ab. Weder Studiengebühren noch Numerus Clausus oder Knock-Out-Prüfungen sind Lösungen für die Probleme der Universitäten.

Ausgliederung der Medizinischen Fakultät

Initiativen, die medizinischen Fakultäten aus den Unis auszugliedern, sind abzulehnen, da dadurch der interdisziplinäre Charakter der Unis verloren geht.

Autonomie der Universitäten

Die Vollrechtsfähigkeit ist keine notwendige Voraussetzung für Uni-Reformen. Schon jetzt kann die Uni Strukturreformen selbst herbeiführen; und Dienstrechtsänderungen kann auch eine vollrechtsfähige Uni nicht vornehmen, sondern nur der Gesetzgeber. Der Staat darf sich der Verantwortung für Wissenschaft und Forschung nicht gänzlich entziehen.

Bildung als Wert

Die ÖH fordert von der neuen Regierung ein klares Bekenntnis zu Bildung. Universitäten sind keine Massenproduktionsstätten für marktgerechtes Humankapital, Forschung und Lehre im humanistischen Sinn sind weiterhin relevant.

Klares Bekenntnis zur ÖH

Wir fordern von der Regierung ein klares Bekenntnis zur gesetzlichen Interessensvertretung der Studierenden, die als ernst zu nehmender Partner in den Gesetzgebungsprozess miteingebunden werden muss. Tendenzen, die ÖH zu schwächen, und die Studierenden ohne Vertretung dastehen zu lassen, werden auf das Schärfste verurteilt.

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