Erster Fachhochschulstudiengang "Immobilienwirtschaft" in Wien

Steller: "Wir müssen die Professionalisierung der Immobilienberufe vorantreiben"

Wien (PWK) - Die österreichische Immobilienwirtschaft steht vor tiefgreifenden Veränderungen. EU-Integration, die Globalisierung der Wirtschaft und eine beispiellose Revolution der internationalen Kapitalmärkte fordern eine rasche Anpassung der Berufsbilder. "Wir müssen unbedingt die Professionalisierung der Immobilienberufe vorantreiben. Unsere Mitglieder werden auf den internationalen Märkten nur mit höchstqualifizierten Mitarbeitern erfolgreich sein", beschreibt Gerhard Steller, Bundesinnungsmeister der Immobilien- und Vermögenstreuhänder, die Situation der Branche bei einer Pressekonferenz in Wien.

Steller wies auf den enormen volkwirtschaftlichen Stellenwert der Immobilienwirtschaft hin. Mit einem Anteil von 8,3 Prozent am BIP ist dieser sogar höher als der Anteil der gesamten Bauwirtschaft. Allerdings herrscht bei Verwaltern, Bauträgern und Maklern bereits ein akuter Mangel an akademisch ausgebildeten Immobilien-Experten. Die Osterweiterung der EU werde den Qualifikationsbedarf weiter anheizen. Ambitionierte Mitarbeiter mussten zur fachspezifischen Ausbildung auf akademischem Niveau bisher ins Ausland pilgern. Damit dürfte bald Schluss sein, wenn der erste Fachhochschulstudiengang in Wien seinen Betrieb aufnimmt, der sich ausschließlich mit der Immobilienwirtschaft beschäftigt. Einen entsprechenden Antrag hat die FHW (Fachhochschul-Studiengänge Betriebs- und Forschungseinrichtungen der Wiener Wirtschaft GmbH) mit Unterstützung der Landesinnung Wien und der Bundesinnung der Immobilien- und Vermögenstreuhänder kürzlich beim Fachhochschul-Rat eingebracht.

"Das hat es bisher in Österreich noch nicht gegeben: einen FH-Studiengang, den die Teilnehmer mit dem akademischen Titel "Magister der Immobilienwirtschaft" abschließen. Endlich kann den Mitarbeitern der Branche jenes theoretisch fundierte und praxisrelevante Fachwissen vermittelt werden, das dem Anspruch einer akademischen Ausbildung auch tatsächlich gerecht wird", freut sich Bundesinnungsmeister Steller. Er hat bereits zu Beginn seiner Funktionsperiode vor fünf Jahren die Weichen für eine akademische Ausbildung der Immobilientreuhänder gestellt. Nun werden diese Bemühungen durch einen gemeinsam von der Landesinnung Wien und der Bundesinnung der Immobilien- und Vermögenstreuhänder ausgearbeiteten Antrag für den FH-Studiengang Immobilienwirtschaft gekrönt. Wenn alles klappt, kann der Lehrgang Mitte 2001 starten. Der Träger des Studienganges, die FHW, betreibt bereits sechs Studiengänge, der siebente wird seinen Standort im WIFI-Wien am Währinger Gürtel haben.

Der Bedarf an hochqualifizierten Immobilienfachleuten ist enorm. Das Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) schätzt, dass alleine im Einzugsgebiet Wien, Niederösterreich und Burgenland jährlich 250 Akademiker von gewerblichen Bauträgern, gemeinnützigen Bauvereinigungen, Immobilienverwaltern und Maklern gesucht werden. Auch aus Banken, Versicherungen, Gebietskörperschaften, der Bauwirtschaft und von privaten Immobileneigentümern wird der Ruf nach Absolventen des FH-Studienganges Immobilienwirtschaf immer lauter. Dabei ernten die künftigen Absolventen schon jetzt fleißig Vorschusslorbeeren. Rund 70% der vom ibw befragten potentiellen Arbeitgeber können sich einen Absolventen des geplanten FH-Studienganges in ihrem Betrieb vorstellen. Die Unternehmer rechnen mit einer sehr guten Qualifikation ihrer Spitzenkräfte. "Bestehende Ausbildungsmöglichkeiten haben immer nur Teilbereiche des Aufgabenspektrums abgedeckt. Ich bin sicher, dass sich die akademisch ausgebildeten Immobilienfachleute rasch als eine Art Gütesiegel in der Wirtschaft und bei den Konsumenten durchsetzen werden", sagte Steller. (MH)

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