Forschung und Entwicklung durch Privatisierungserlöse forcieren

Belangsendung der WKÖ am 22.3.2000 auf Ö1 um 5.56 Uhr

Wien (PWK) - Das Kapitel Forschung und Entwicklung gehörte in den vergangenen Jahrzehnten zu jenen Themenkreisen, die in den jeweiligen Regierungserklärungen eher unterbelichtet waren. Und das Sprichwort "Ohne Geld ka Musi" traf hier wie in kaum einem anderen Bereich vor allem die innovativen und exportorientierten Unternehmen.

Der designierte Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Dr. Christoph Leitl, analysiert den Status Quo folgendermaßen: "Wir liegen bei Forschung und Entwicklung leider am untersten Tabellenende in Europa. Wir geben zu wenig für Forschung und Entwicklung aus, dabei waren wir einmal das Land der Erfinder und der meisten Nobelpreisträger pro Kopf der Bevölkerung. Und das ist gar noch nicht so lange her."

An Erfindern und Kreativleistungen mangelt es in Österreich nicht, so Dr. Leitl. Vielmehr liege es an der Politik, ein forschungsfreundliches Klima zu schaffen. Leitl: "Wir haben ein ungeheures Kreativitätspotential, viele Leute, die großartige Ideen haben, die aber einfach an der Anwendung und an der Umsetzung scheitern. Warum haben wir so wenig Patente und Diensterfindungen pro Kopf der Bevölkerung? Was könnte man tun, um hier wieder Anreize zu schaffen? Was könnte man tun, dass wir Forschung und Entwicklung verstärken? All das wird die Regierung zu beantworten haben. Wir haben als Wirtschaftskammer da unsere Vorstellungen dazu. Wir werden der Regierung dabei helfen, Vorstellungen umzusetzen. Aber da geht es um unsere Zukunft. Wer Forschung und Entwicklung nicht forciert, der sägt auf dem Ast, auf dem er sitzt."

In der Regierungserklärung der ÖVP-FPÖ-Koalition ist nun erstmals davon die Rede, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die derzeit bei rund 1,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegen, bis zum Jahr 2002 auf zwei und dann bis zum Jahr 2005 schrittweise auf 2,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes anzuheben. Die Wirtschaft begrüßt diesen Plan. Andernfalls, so Dr. Leitl, würden nicht nur die Unternehmen, sondern die gesamte Volkswirtschaft darunter leiden.

Leitl: "Wenn wir in der Forschung und Entwicklung hinten nachlaufen, werden wir bald bei den Produkten und Dienstleistungen hinten nachlaufen, damit in der Konkurrenzfähigkeit abgehängt werden, damit Arbeit und Einkommen verlieren."

Finanziert soll die Erhöhung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung durch Privatisierungserlöse werden. Was neu daran ist, erklärt der designierte Präsident der Wirtschaftskammer so:

"Neu ist, dass die Privatisierungen weitergehen, wobei österreichische Interessen gewahrt bleiben, ich glaub, das ist auch wichtig. Da erfolgt kein blindes Verscherbeln ins Ausland. Und wenn wir mehr als ursprünglich geplant privatisieren, dann haben wir auch mehr Geld und das kann in Forschung und Entwicklung hinein investiert werden und damit in unsere Zukunft." (pt)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Presseabteilung
Tel.: (01) 50105-4464
e-mail: presse@wkoe.wk.or.at

Wirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK