AK Tumpel: Österreicher wollen keine Studiengebühren AK-Umfrage: Zwei Drittel der ArbeitnehmerInnen lehnen Studiengebühren ab

Wien (AK) - In Österreich drohen Studiengebühren, wenn laut Regierungspakt die Unis ausgegliedert und privat finanzierte Fachhochschulen eingeführt werden: Das lehnte AK Präsident Herbert Tumpel heute, Montag, als "schwere Belastung für die Studierenden und ihre Eltern" ab. Laut einer Ifes-Umfrage, die im Auftrag der AK durchgeführt wurde, sprechen sich 62 Prozent aller Befragten und 70 Prozent der befragten Eltern mit Schulkindern gegen Studiengebühren aus. Tumpel ist von diesem Ergebnis nicht überrascht: 80 Prozent der Studierenden kommen aus Arbeitnehmerfamilien, die Eltern von mehr als der Hälfte der Studierenden haben selbst keine Matura. Eine Studentin, ein Student hat derzeit inklusive Beihilfen und Einkommen aus eigener Berufstätigkeit im Schnitt 8.900 Schilling im Monat zur Verfügung - vor allem Kinder von Klein- und Mittelverdienern könnten sich Studiengebühren nicht leisten. ****

"Wie stehen Sie grundsätzlich zu Studiengebühren?" fragte das Ifes im Auftrag der AK bei einer repräsentativen Umfrage - und jeweils fast zwei Drittel der ArbeitnehmerInnen (61 Prozent) und der Gesamtbevölkerung (62 Prozent) lehnten Studiengebühren an den Unis und den Fachhochschulen ab. Die Gegner von Studiengebühren sind bei allen Bevölkerungsgruppen in der Überzahl - weitgehend unabhängig von der sozialen Schicht oder dem eigenen Einkommen. Besonders stark ist die Ablehnung bei den unmittelbar Betroffenen: 70 Prozent der Befragten mit Schulkindern, 79 Prozent mit Kindern in der Oberstufe und 72 Prozent mit Kindern an der Uni sind gegen Studiengebühren. Aus gutem Grund: Wenn StudentInnen im Schnitt pro Monat 8.900 Schilling zur Verfügung haben, sind Studiengebühren für die meisten nicht mehr drin - und schon jetzt sind mehr als zwei Drittel (68 Prozent) neben dem Studium berufstätig, die Mehrheit davon, weil sie sich sonst ein Studium nicht leisten könnten.

"Wenn Studiengebühren eingeführt werden, hängt die Chance auf ein Studium wieder davon ab, was sich die Eltern leisten können, wird vor allem Studieren neben dem Beruf zu teuer, wird das Studium gerade für jene erschwert, die über den zweiten Bildungsweg auf die Unis und Fachhochschulen kommen", kritisiert AK Präsident Herbert Tumpel. Jedenfalls sei damit zu rechnen, dass viele das Studium öfter unterbrechen müssten, um sich die Studiengebühren durch Arbeit zu finanzieren - die durchschnittliche Studiendauer würde noch länger als die derzeitigen 7 Jahre. Studiengebühren wären "eine Belastung für die Studierenden und die Eltern, die man nicht akzeptieren kann".

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