"Neue Zeit Kommentar": "Gewinner, Verlierer" von Josef Riedler

Ausgabe vom 20. 3. 2000

Graz (OTS) - Das Ergebnis der steirischen Gemeindewahlen bestätigt einige wichtige Erfahrungsgrundsätze: Wenn ein Bürgermeister gut gearbeitet hat, belohnen ihn die Wähler. Wer einen tüchtigen Bürgermeister mit der Dreckschleuder bekämpft, zahlt selber drauf, siehe Leoben. Wer sich auch vor Wahlen an seine Grundsätze hält, erwirbt weiteres Vertrauen, siehe Kapfenberg. Und schließlich: Die schönsten Kopfplakate von Bundespolitikern helfen nichts, wenn die Wähler die Köpfe in der eigenen Gemeinde kennen: ein Lehrstück für die FPÖ. Obwohl sich im Großen und Ganzen nicht viel geändert hat, gibt es Gewinner und Verlierer. Ein Verlierer ist die FPÖ: Sie hat in rund vierzig Gemeinde neu kandidiert und hat sich schon bei zwanzig Prozent gesehen. Immerhin hatte sie seit 1995 einen Höhenflug, am Sonntag kam der Absturz. Je näher offenbar FPÖ-Politiker an den Wählern sind, etwa in den Gemeinden, desto mehr schrumpft das Wählervertrauen. Ein Gewinner ist die ÖVP. Sie konnte ihre Position in den ländlichen Gebieten halten, obwohl es den schwarzen Kommunalpolitikern weder von ihren Freunden in Wien noch von denen im Land leicht gemacht worden ist. Noch mehr zufrieden aber kann die steirische SPÖ sein: In den großen Gemeinden, die sie regiert, sind die Probleme besonders schwierig. Und gerade hier ist es den Bürgermeistern und ihren Gemeinderäten gelungen, den Populismus zu verscheuchen und noch stärker zu werden. Das darf die steirische SPÖ durchaus als gutes Omen für die Landtagswahlen nehmen.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Neue Zeit, 0316/2808-306

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PNZ/OTS