"Neues Volksblatt" Kommentar: "Denkzettel"

(von Michael Kaltenberger) Ausgabe vom 20. 3. 2000

Linz (OTS) - Ganz offensichtlich hat in Österreich nur die vereinigte Linke ein Problem damit, dass die SPÖ nicht mehr in der Regierung ist. Und von denen auch nur die alten und neuen Klassenkämpfer, die meisten Sozialdemokraten nehmen den Regierungswechsel als das, was er ist: als normalen Vorgang in einer funktionierenden Demokratie. Diese Einstellung zeigt sich an den Ergebnissen der Gemeinderatswahlen in der Steiermark und der Landwirtschaftskammer-Wahlen in Niederösterreich: Erfreuliche Resultate für die ÖVP, aber keine großen Umwälzungen. Von Denkzzetteln für die Regierungsparteien, um die SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer vor jeder Wahl bettelt ? zuletzt wieder am Wochenende, als er dazu aufrief, bei der Wirtschaftskammer-Wahl "rasch einen kraftvollen Beitrag zu leisten, damit die Bundesregierung die Regierungsverantwortung zurücklegt" ?, keine Spur. Das Leben geht in Österreich ganz offensichtlich weiter, auch ohne SPÖ in der Regierung. So gesehen waren die Wahlen am Wochenende doch ein Denkzettel. Ein Denkzettel für die SPÖ und eine Aufforderung, sich endlich wie Sozial-Demokraten aufzuführen und Wahlergebnisse anzuerkennen, auch wenn's schwer fällt. Die SPÖ ist nun einmal nicht Österreich, und umgekehrt schon gar nicht!

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