FORMAT: "World Jewish Congress" will sofortige Verhandlungen über Rückgabe von geraubtem jüdischen Eigentum

Generalsekretär Elan Steinberg:"Ich sehe keinerlei Anzeichen dafür, daß die österreichische Regierung unsere Forderungen versteht."

Wien (OTS) - In einem Interview mit dem am Montag erscheinenden Nachrichtenmagazin FORMAT fordert Elan Steinberg, Generalsekretär des World Jewish Congress (WJC), Österreich müsse sofort mit Verhandlungen über die Rückgabe von geraubten jüdischen Eigentum beginnen.

Derzeit verhandelt Regierungsbeautragte Maria Schaumayer nur über die Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern - der gewaltige Komplex von 'arisiertem' jüdischen Eigentum steht noch nicht auf der Tagesordnung - die Historikerkommission hat ihre Forschungen in diesem Bereich noch nicht abgeschlossen.

Um Verhandlungen aufzunehmen, so Steinberg, "braucht man die Ergebnisse der Historikerkommission nicht." Der WJC will jedoch so lange nicht direkt mit der Regierung in Gespräche eintreten, so lange die FPÖ daran beteiligt ist. Allerdings, so Steinberg: "Ich sehe keinerlei Anzeichen dafür, daß die österreichische Regierung unsere Forderungen versteht. Wenn sie nur über Zwangsarbeiter redet, sind nicht einmal österreichische Juden inkludiert, die nach Mauthausen geschickt wurden. Das ist unfaßbar."

Ein jüngst veröffentlichter Bericht der US-amerikanischen State-Department aus dem Jahr 1953 beziffert den Wert des jüdischen Vermögens in Österreich bor 1938 auf mindestens 2,5 Milliarden Reichsmark (RM) - zum heutigen Kurs wären das rund 140 Milliarden Schilling. Der Betrag dürfte diesem Report zufolge aber weitaus höher, nämlich bei 3,75 Milliarden RM (200 Milliarden Schilling) liegen.

Auf eine Entschädigungssumme will sich Steinberg nicht festlegen. Aber: "Die im Bericht genannte Zahl - zehn Milliarden Dollar - zeigt die Dimensionen auf, um die es geht.- Steinberg abschließend: "Alles, was gestohlen wurde, muß zurückgegeben werden."

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