"Neues Volksblatt" Kommentar: "Abwenden ..." (Von Walter Salzmann)

Ausgabe vom 18. März 2000

Linz (OTS) - Die Sanktionen der EU-14 gegen Österreich werden von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung als mutwillig, überzogen, ungerecht und dem Geist wie dem Kodex der Union widersprechend empfunden. Das hat sich auch bis zur SPÖ-Zentrale herumgesprochen. Gusenbauer reagiert darauf. Der Klima-Nachfolger will der Regierung deshalb eine Chance geben. Weil er weiß, dass die Regierung im Parlament nicht auszuhebeln ist, auch, weil er weiß, dass er mit einer Politik der stereotypen Rücktrittsaufforderungen keinen einzigen FPÖ-Wähler zur SPÖ zurückholen kann. Schüssel und Riess-Passer greifen den Kurswechsel Gusenbauers auf. Sie forden beide Oppositionsparteien zum nationalen Schulterschluss gegen die Angriffe aus dem Ausland auf. Als zumindest ebenso gute Taktiker wissen sie genau, dass sich weder SPÖ noch Grüne dazu hergeben werden, der Regierung bei der Bewältigung ihres Problems Nummer eins taxfrei die Mauer zu machen. Dennoch: Sowohl Sozialdemokraten als auch Grüne werden Farbe bekennen müssen, wie ernst ihre fadenscheinigen und von vielen als Heuchelei empfundenen Beteuerungen zu nehmen sind, "Schaden von Österreich abwenden" zu wollen. Der designierte SPÖ-Chef Gusenbauer wird, früher, als ihm lieb sein kann, entlarvt sein.

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