"Kleine Zeitung" Kommentar: "Nicht aus Großmut" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 18. 3. 2000

Graz (OTS) - Unverdrossen sammelt die "Demokratische Offensive" Unterschriften für den Rücktritt der Regierung. Auch die Sozialistische Jugend will der Regierung kein "Probejahr" zugestehen.

Auf den SPÖ-Vorsitzenden können sich aber beide nicht mehr berufen. Er will der Regierung eine Chance geben: von einem Jahr, wie er sagt.

Und wann? Wie will Alfred Gusenbauer sie dann aus dem Amt treiben, wenn sie seiner Meinung nach nicht entsprochen hat?

Das Jahr Probezeit war in Wirklichkeit nur eine Floskel, die die Kehrtwende manchen der eigenen Genossen etwas verträglicher erscheinen lässt.

Gusenbauer muss alles Interesse daran haben, dass diese Regierung die ihr verbleibenden dreieinhalb Jahre durchhält, denn niemandem käme eine Neuwahl ungelegener als der SPÖ.

Sie hat kein Geld für einen Wahlkampf. Die SPÖ ist personell, organisatorisch und ideologisch noch lange nicht so weit, wieder eine Regierungspartei zu sein. Auch ihr eigenes Kernpublikum wünscht keine Fundamentalopposition.

Gusenbauer geht also nicht aus Großmut am Montag zum Gespräch mit dem Bundeskanzler, sondern aus Not. ****

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