Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Österreich und EU

Klagenfurt - In Kärnten ist angeblich eine knappe Mehrheit dafür, der Europäischen Union den Rücken zu kehren. Aus der Begeisterung von 1994, damals votierten in einer Volksabstimmung über 68 Prozent der Bevölkerung für die EU, ist Ablehnung geworden. Die Ursachen liegen auf der Hand: Es sind die Brüsseler Boykottmaßnahmen, die von vielen Landsleuten als Anmaßung verurteilt werden.
Mag sein, doch Verärgerung und Emotionen sind schlechte Ratgeber. Würden wir tatsächlich dem großen Markt ade sagen, wäre es mit unserem Wohlstand rasch vorbei, weil Teile der Wirtschaft zusammenbrechen würden. Ganz zu schweigen davon, dass die Preise und die Inflationsrate in die Höhe schnellen würden. Auch der Schilling wäre gefährdet, weil er außerhalb des Euro als Mini-Währung zum Spielball der Kurshaie und Spekulanten werden könnte. Wenn irgendwann einmal alle Nachbarländer Österreichs der EU angehören, wir aber draußen stehen, ist unser Land keine Insel der Seligen mehr, vielmehr eine Insel der Separatisten, ohne politischen Einfluss in Europa. Abgesehen davon, müssten wir uns wieder mit Grenzen und Zöllen herumschlagen.
Es gibt keinen Schritt zurück. Ehe wir uns über die "bösen" 14, Jacques Chirac und Guterres ärgern, sollten wir lieber fragen, wer uns den Mist eingebrockt hat. Denn hätte der Bärentaler in den vergangenen Jahren - und jüngst noch am Aschermittwoch - seinen Mund nicht so weit aufgerissen, wäre uns die Misere, von Europa abgeschnitten und gedemütigt zu werden, erspart geblieben. Offensichtlich verwechseln wir Ursache mit Wirkung.

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