Destillata 2000: Das Brenner-ABC beginnt mit JKL - BILD (web)

Wien (OTS) - Drei intensive Verkostungstage lang (vom 2. bis zum
4. März; Messegelände Wien) arbeitete sich die fachkundige Destillata-Jury durch mehr als 1000 Brände - konzentriert riechend und schmeckend und beurteilend.

Die Ergebnisse sind kontrolliert, der rote Teppich kann ausgerollt werden.

Die Sieger der Destillata- Prämierung bester Spirituosen 2000 wurden am 16. März im Rahmen des großen Destillata-Festes im Schweizerhaus bekanntgegeben und heißen: Waltraud Jöbstl (Gold), Christoph Kössler und Kurt Lagler (ex aequo Silber).

Gewonnen haben damit drei Brennerpersönlichkeiten aus drei Bundesländern, die sich mit ihren überzeugenden Produkten an die Spitze der immer besser werdenden österreichischen Destillateure gesetzt haben. Mit zehn der insgesamt 35 Schnäpse des Jahres bewiesen sie auch in den einzelnen Sortengruppen ihr großes Können.

Waltraud Jöbstl - Krönung einer bemerkenswerten Karriere

Von Anfang an mit dabei, hat sich die steirische Schnaps-Königin Jahr für Jahr ihren Anteil an Destillatauszeichnungen geholt. Und mit schöner Regelmäßigkeit ihren Platz unter den Besten eingenommen -wenn ihr auch bisher die oberste Stufe des Siegerpodests verwehrt blieb, immer nur knapp, aber eben knapp dran vorbei. Dass sie gerade in dem Jahr, wo sie ihren Betrieb an die junge Generation weitergibt, den Titel "Schnapsbrenner des Jahres" mit nach Hause nehmen kann, freut wohl nicht nur sie selbst und ihre Familie, sondern alle, die sie seit Jahren kennen und schätzen. Als unermüdliche Kämpferin für Schnapsqualität, als persönliche Botschafterin auf unzähligen Messen und Fachveranstaltungen, als gastfreundliche Seele des vorbildlichen Familienbetriebes in Wies in der Weststeiermark.

Schnaps ist für Waltraud Jöbstl ganz einfach ein Teil Lebenskultur. Und das spürt man am deutlichsten bei einem Besuch ihres liebevoll zusammengestellten Schnapsmuseums. Oder wenn man sie bei einer Schnaps- und Käse-Präsentation erlebt, ein Thema, das ihr seit einiger Zeit besonders am Herzen liegt.

"Das Schönste beim Schnapsbrennen ist für mich, ein Produkt von Beginn an bis zum Verkauf in der Hand zu haben, von der Pflege der Obstkulturen und der Auswahl des reifen Obstes über den gesamten Gär-und Brennvorgang bis zur individuellen Gestaltung der Flaschen." Dieses persönliche Credo ist wohl viel sagend genug. Nicht umsonst wurden die Bemühungen der Bäuerin mit Herz und Seele auch mit dem österreichischen Agrarmarketingpreis belohnt.

Unser aller Wunsch: Waltraud, weitermachen! Denn dass aus der engagierten Brennerin schlagartig eine ruhige Pensionistin wird, glaubt wohl niemand so wirklich ...

Erfolgsbilanz Destillata 2000:

5 Schnäpse des Jahres - Apfel McIntosh, Apfel Jonagold, Trester/Johannisbeere, Waldhimbeere, Weiße Johannisbeere

9 Goldmedaillen - Golden Delicious Hefebrand Holz, Rote Stachelbeere, Schilcher Hefebrand, Schilcher Hefebrand Holz, Schilchertrester Holz, Schilcher Weinbrand Holz (2x), Vogelbeere, Waldbeerencuvée

11 Silbermedaillen
6 Bronzemedaillen

Christoph Kössler - Tiroler Brennerstar weiter im Aufwind

Ob die künstlerische Kraft Jakob Prandtauers nicht doch ihre geheimnisvollen Auswirkungen auf den jungen Tiroler Brenner hat? Lebt Christoph Kössler doch im Geburtshaus des großen Barockbaumeisters, das er in mühevoller Kleinarbeit liebevoll und stilsicher renoviert hat. In einem alten Wirtschaftsgebäude nebenan versteckt sich eine Hightech-Brennerei, ausgeklügelt bis ins letzte Detail. Und verkostet man Kösslersche Brände, dann kann man ruhigen Gewissens von in ihrer Art "architektonischen" Meisterwerken sprechen: mit ihrer Feinfruchtigkeit und hohen Eleganz in Verbindung mit Fülle und Komplexität.

Auch wenn Christoph Kössler seit Jahren zu den österreichischen Topbrennern gehört - von den Kollegen ob seines perfekten Beherrschens der Kolonnendestillation sehr geschätzt -, haben ihm bisher in Verkostungen oft intensivere und zugänglichere Brände den Rang abgelaufen. Doch heuer konnte er sich mit einer ausgesprochen finessenreichen Serie von Destillaten durchsetzen.

G'lernt ist g'lernt, könnte mancher nun sagen. Aber da kommt noch eine Kleinigkeit dazu. Das tatendurstige Tiroler Energiebündel, sportlich-jungenhaft im sympathischen Auftritt, fast immer mit einem verschmitzt augenzwinkernden Lächeln anzutreffen, hat bis 1993 noch in diversen Kochtöpfen herumgerührt. Sicher auch sehr gut, aber die Schnapswelt dankt für seine Entscheidung, sich den Rezepturen der hohen Destillatkunst verschrieben zu haben.

Beflügelnd ist möglicherweise auch die Umgebung, sind doch im kleinen Dörfchen Stanz oberhalb von Landeck 65 Brenner am Werk - bei bescheidenen 150 Haushalten, wohlgemerkt.

Erfolgsbilanz Destillata 2000:

2 Schnäpse des Jahres - Birne Dr. Guyot, Marille
9 Goldmedaillen - Apfel Holzfass, Beerentrester, Birne Dr. Guyot, Hauszwetschke, Malzbier, Orangenblütenmuskateller, Traube Muskat Rosenmuskateller, Traubenkirsche, Waldhimbeere

12 Silbermedaillen
8 Bronzemedaillen

Kurt Lagler - Tradition und Konsequenz als Motor

Er ist einer der Ruhigsten im Feld der Brenner des Landes. Vielleicht hat das etwas mit der idyllischen Landschaft des Südburgenlandes zu tun, in der Kurt Lagler mit seiner Familie zu Hause ist. Kukmirn heißt der kleine Ort, Zentrum des heimischen Erwerbsobstbaus, weit über die Grenzen hinaus bekannt durch hervorragende Apfelbrände. Der "Kukmirner Golden" hat schon vor Jahren auch dem international viel angeseheneren Calvados das Fürchten beigebracht ...

Gar nicht zum Fürchten, sondern im Gegenteil große Freude beim Verkosten bereitend sind auch die eleganten Brände aus dem Hause Lagler. Schnapsbrennen hat hier schon über 150 Jahre Tradition, wobei Kurt Lagler es hervorragend versteht, das traditionelle Handwerk, zum dem der Ausbau in Holzfässern und Glasballons gehört, mit dem nötigen technologischen Background zu verbinden.

Drum ist er wohl auch einer der Erfolgreichsten im Feld der Brenner des Landes, und das seit vielen Jahren. Auf der Basis von 13 Hektar naturnah bewirtschafteten Obstanlagen in einer kleinklimatisch bevorzugten Region - geprägt vom warmen, pannonischen Klima -entsteht eine breite Palette von etwa 25 verschiedenen Destillaten. Laglersche Domäne ist natürlich der klassische Apfelbrand, doch Kenner und Spezialisten schätzen ihn auch wegen seiner Brände aus Wildfrüchten, die mit Aromafülle, konzentrierter Frucht und reizvoller Eigenständigkeit überzeugen. Charakterköpfe eben - wie ihr Herr und Meister.

Ein Ausflugstip am Rande: Das zum Hause gehörende Schnapsmuseum ist als kulturhistorischer Aperitif vor einer Verkostung zu empfehlen ...

Erfolgsbilanz Destillata 2000:

3 Schnäpse des Jahres - Apfel Holzfass Kukmirner Golden Delicious, Johannisbeere rot und schwarz, Obstbrand Cuvée (Schlehen, Himbeere, Wildkirsche)

5 Goldmedaillen - Apfel Mutsu, Birne Packhams Triumph, Quitte, Muskat-Traminer, Weinhefe Müller Thurgau

2 Silbermedaillen
1 Bronzemedaille

Alle prämierten Schnäpse der Destillata-Prämierung 2000 können auf der Messe Destillata vom 17. bis 20. März 2000 auf dem Messegelände Wien verkostet werden.

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