Wiener Gemeinderat (3)

Gesundheitsförderungsbericht für Wien 2000

Wien, (OTS) "Der Gesundheitsförderungsbericht ist ein
weiterer wichtiger Schritt in der Wiener Gesundheitspolitik", betonte GR Dr. Elisabeth Neck-Schaukowitsch (SPÖ) beim ersten Tagesordnungspunkt der Gemeinderatssitzung. Sie brachte den Antrag ein, diesen Bericht zur Kenntnis zu nehmen und zum Beschluss zu erheben. Auch soll eine "Wiener Gesellschaft für Gesundheitsförderung" gegründet werden, über deren Tätigkeit der zuständige Stadtrat jährlich im Ausschuss einen Bericht zu erstatten hat.

GR Mag. Alexandra Bolena (LIF) betonte, dass der Gesundheitsförderungsbericht die Zustimmung ihrer Partei finde. Es sei notwendig, eine Standortbestimmung vorzunehmen, auch die Schwerpunkte schienen ausgewogen. Unabhängig davon sprach sie die Hoffnung aus, dass im Bereich der Selbsthilfe pflegende Angehörige die nötigen Hilfen erhalten sollten. Wichtig wäre auch das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen, besonders im Bereich
der Schule könne man mit der derzeitigen Situation nicht zufrieden sein.

Der Bericht sei äußerst aufschlussreich und gut lesbar, das Programm hingegen relativ unkonkret, führte GR Susanne Jerusalem (G) aus. Sie forderte, dass nach einem Jahr ein Bericht über die Umsetzung erfolgen solle. Auch sie regte Verbesserungen im Bereich der Schule an, das derzeitige System sei das Gegenteil von gesundheitsfördernd. Enttäuschend sei, dass sich aufgezeigte Probleme in den Schwerpunkten nicht wieder fänden.

Der Gesundheitsförderungsbericht sei ein zentrales Anliegen der ÖVP, unterstrich GR Dr. Johannes Hahn (ÖVP). Er sei auch volkswirtschaftlich wichtig, da die Wiener "Weltmeister im Ins-Spital-gehen" seien. Er verwies auf ein ähnliches Projekt in Vorarlberg, das dazu geführt habe, dass die Zahl der durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedingten Todesfälle zurückgegangen sei. Wesentlich sei, die gesetzten Maßnahmen nach einer gewissen Zeit
zu evaluieren.

GR Heidrun Schmalenberg (FPÖ) kritisierte die Gesundheitspolitik der SPÖ. Es sei ihr nicht gelungen, dass Finanzierungsproblem zu lösen und die verschiedenen Interessensgruppen an einen Tisch zu bringen. Als wesentliches
Ziel nannte sie die Eindämmung der Medikamentenflut.
Beispielsweise sollten Übergewichtige abnehmen, anstatt
Medikamente verordnet zu bekommen. Sie sei dagegen, dass eine
eigene Gesellschaft gegründet werde, dies sei unnötig.

StR. Dr. Sepp Rieder (SPÖ) verwies darauf, dass der Medikamentenanstieg im Bereich der niedergelassenen Ärzte festzustellen sei. Der Gesundheitsförderungsbericht konzentriere sich auf die Bereiche "Herz-Kreislauf" und werde auch zu einer Entlastung der Krankenkassen führen. Notwendig wären Maßnahmen, wie Dr. Sepp Rieder (SPÖ) außerdem sagte, die dazu führen, dass ältere Arbeitnehmer nicht aus ihrem Beruf gedrängt werden. In einer modernen Gesundheitspolitik gehe es um die soziale Dimension und auch darum, sich nicht auf die Behandlung von Krankheiten zu beschränken. Es gelte präventiv zu wirken. Der FPÖ warf er anhand von Beispielen vor, sie schmücke sich mit den Federn einer "Pseudo-Humanität". (Forts.) ull/vo

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