Metaller und Textiler finden als erste im ÖGB zueinander

Verzetnitsch verlangt klare industriepolitische Ziele

Wien (Gewerkschaften Metall-Bergbau-Energie und Textil, Bekleidung, Leder/ÖGB) Heute, Freitag, 17. März 2000, fanden im Vorfeld des Gewerkschaftstages der Gewerkschaften Metall-Bergbau-Energie und Textil, Bekleidung, Leder im Juni 2000 die Wiener Landeskonferenzen der beiden Gewerkschaften statt. Dabei wurden sowohl die Gremien der jeweiligen Gewerkschaften neu gewählt, als auch die nach der Fusion nötige neue gemeinsame Landesleitung der künftigen "Gewerkschaft Metall - Textil". ++++

ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch verlangte in seinem Begrüßungs-Statement vernünftige Bedingungen und klare industriepolitische Zielsetzungen statt einer "Privatisierung auf Teufel komm raus". "Die Frage nach dem Nutzen der Privatisierungen muss von der Regierung eindeutig beantwortet werden. Warum sollen Unternehmen, die Dividenden abwerfen und jährlich dem Staat sehr viel Geld bringen, überhaupt veräußert werden?" Gutgehende Betriebe sollten gestärkt statt veräußert werden. Eine Privatisierung in dem geplanten Ausmaß könne man nicht mehr zurückdrehen. Verzetnitsch warnt daher: "Sterben tut man in einer Sekunde. Zum Leben braucht man aber Zeit."

Metallervorsitzender Rudolf Nürnberger hob die Bedeutung der Fusion hervor: "In Zukunft brauchen wir starke und schlagkräftige Gewerkschaften mit noch mehr Service für die Mitglieder."

In seinem Referat ging Nürnberger dann auf einige Pläne der Bundesregierung ein. Zu den Pensionen: "Wir Metaller haben ab 1980, und am Gewerkschaftstag 1996 am deutlichsten, Anträge gestellt, die eine umfassende Harmonisierung aller Pensionssysteme und die langfristige Absicherung der Pensionen verlangt haben. Wir sagen daher Pensionsreform ja, aber umfassend, in einer gesünderen humaneren Arbeitswelt, mit Arbeitsplätzen für ältere Menschen. Wer solche Vorschläge auf den Tisch legt, wird die Gewerkschaften als Partner bei diesen Vorhaben an seiner Seite haben.”

Die neue Regierung lasse in vielen Punkten erkennen, was eines ihrer Ziele sei: "Vom Weg des sozialen Ausgleichs abzugehen, vom Weg der Gerechtigkeit, den dieses Land bisher meistens gegangen ist, und auch vom Weg des sozialen Friedens. Denn es kann ja niemand von den derzeit Regierenden glauben, dass die Gewerkschaften und die Arbeiterkammern tatenlos und widerspruchslos zusehen, wie Rechte geschmälert werden und wie der Reichtum dieses Landes von den Kleinen zu den Großen umverteilt wird."

Am kommenden Freitag, 24. März, werden die oberösterreichischen Metaller und Textiler ihre Konferenz abhalten.

ÖGB, 17. März 2000 Nr. 164

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