Pjeta gegen Erweiterung der Selbstmedikation

"Gesundheitspolitisch bedenklich und ökonomisch nicht sinnvoll"

Wien (OTS) - Ablehnend reagierte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Otto Pjeta, auf die bei den Beratungen zur Sanierung der Krankenkassen neuerlich erstatteten Vorschläge, die Selbstmedikation zu erweitern. "Eine Verschiebung hin zu mehr rezeptfrei erhältlichen Medikamenten ist vom medizinischen Standpunkt aus abzulehnen", erklärte der ÖÄK-Präsident heute, Freitag, in einer Aussendung. Außerdem bedeute eine erweiterte Selbstmedikation eine finanzielle Mehrbelastung der Patienten, die dann eine Reihe von Arzneimitteln selbst zahlen müssten. Und im Endeffekt würde der gesamte Medikamentenkonsum erhöht, so Pjeta.

Von den rund 12.000 in Österreich zugelassenen Medikamenten sind heute bereits etwa 4.000 ohne Rezept erhältlich. Mehr Selbstmedikation, mit dem Hintergedanken, die Ausgaben der Krankenkassen für rezeptpflichtige Medikamente zu senken, ist für Pjeta "sicherlich der falsche Weg, um Einsparungen bei den Kassen zu erzielen". Im Gegenteil, bei mehr rezeptfreien Medikamenten, die "ja nicht immer gezielt und effizient wirken, würde nicht der behandelnde Arzt das bestmögliche Präparat verordnen, sondern der Patient auf eigenes Risiko das passende Medikament suchen müssen", kritisierte Pjeta.

Durch mehr Selbstmedikation den Medikamentenkonsum anzuheizen und dabei auf Einsparungen bei den Medikamentenkosten der Krankenkassen zu hoffen, würde also weder volkswirtschaftlich Sinn ergeben, noch den Patienten helfen, führte der ÖÄK-Präsident weiter aus. "Aus gesundheitspolitischen Gründen sind wir Ärzte daher gegen die auch von der Politik propagierte Ausweitung der Selbstmedikation", so Pjeta. Die Ärztekammer unterstütze jedoch die bei den genannten Beratungen diskutierten Bemühungen, die Patienten zu einem verantwortungsvolleren Medikamentengebrauch zu motivieren. Abschließend erklärte der Ärztekammerpräsident: "Auf einem so sensiblen Gebiet sollten Reformen nur mit größter Behutsamkeit überlegt werden".

Zu einer Untersuchung der deutschen "Stiftung Warentest" über die Wirksamkeit von 5.000 in Deutschland und Österreich verwendeten Medikamenten ist festzuhalten, dass das deutsche Angebot von Medikamenten, die auf Kosten der Krankenkassen abgegeben werden dürfen, nicht mit Österreich vergleichbar ist. Denn in Österreich dürfen ausschließlich Präparate mit geprüfter therapeutischer Wirkung abgegeben werden. (Schluß)

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