Verschneites Wochenende: 200 Knochenbrüchen durch Ausrutschen drohen!

Wien (OTS) - Institut "Sicher Leben" gibt Tips gegen Sturz-Verletzungen

Vier Tage vor Frühlingsbeginn verwandelt "Väterchen Frost" die Straßen und Gehsteige noch einmal in Rutschbahnen und macht damit den häufigsten Unfälle der kalten Jahreszeit wieder akut: Das Ausrutschen auf verschneiten Straßen und Wegen. An jedem Wintertag von Anfang Dezember bis Ende März verletzen sich rund 100 Österreicher und Österreicherinnen bei Stürzen auf eis- oder schneeglatten Straßen (Insgesamt 12.000). Zwei von drei Verletzungen sind dabei Knochenbrüche (ges. 8.000), das sind täglich rund 70 Personen, die nach einem ungewollten Salto am Gehsteig in die Gipsstation der Spitäler gebracht werden müssen

(Quelle: EHLASS Austria, Europäisches Erhebungssystem für Heim-, Freizeit- und Sportunfälle).

Winterschuhe wieder heraus!

Da der Schnee laut Wetterbericht erst pünktlich mit Frühlingsbeginn am Dienstag weggetaut sein wird, ist bis Sonntag noch mit rund 200 Knochenbrüchen durch Schneematsch oder Schneeglätte zu rechnen. Die Unfallstationen werden auch deshalb eine große Anzahl "Gefallener" zu versorgen haben, da viele schon ihre Frühlingsschuhe angezogen haben: Kinder und Jugendliche wollen auch am verschneiten Schulweg nicht auf ihre "Nikes" verzichten, Erwachsene riskieren den winterlichen Fußweg zur Arbeit aus Bequemlichkeit gleich mit den Büroschuhen mit glatten Ledersohlen.

Die meisten Knochenbrüche bei Frauen

Während Männer die Rutschpartien aufgrund ihres festeren Knochenbaus relativ glimpflich mit Prellungen oder Verstauchungen überstehen, betreffen Frauen rund zwei Drittel der Knochenbrüche (Gesamt 5.000). Besonders ältere Frauen verletzen sich schwer, da sie häufig unter Osteoporose (Verlust an Knochensubstanz) leiden. Sie brechen sich meist den Oberschenkelhals, was in der Regel langwierige Spitalsbehandlungen nach sich zieht und oft eine Einschränkung der Bewegungsfähigkeit für den Rest des Lebens bedeutet.

Kisser: Ausrutschunfälle sind schwere Unfälle

"Niemand wird sich in einem Auto sicher fühlen, das mit abgefahrenen Sommerreifen über verschneite Straßen schlittert. Viele setzen sich aber der Sturzgefahr durch glatte Schuhsohlen selbst dann noch aus, wenn sie sich nur mehr mit Verrenkungen aufrecht halten können. Das sieht vielleicht witzig aus, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß Ausrutscher schwere Unfälle sind. Ein Paar guter Winterschuhe mit ausreichendem Profil kosten weniger als ein einziger Winterreifen", sagt Dr. Rupert Kisser, Leiter des Institutes "Sicher Leben".

"Sicher Leben"-Forderungen

Wir brauchen Normen für die Rutschsicherheit von Sohlen

Weder für Sport- noch für Straßenschuhe gibt es derzeit Normen oder Kennzeichnungen, die die Rutschsicherheit einheitlich regeln und den Kunden die Entscheidung beim Kauf erleichtern.

Auf konsequente Räumung und Bestreuung der Gehsteige achten

Hauseigentümer sind verpflichtet, Gehwege, die dem öffentlichem Verkehr dienen, zwischen 6 und 22 Uhr bei Schnee und Glatteis im Rahmen des Zumutbaren zu säubern und zu bestreuen.

"Sicher Leben"-Sicherheitstips

Schuhe oder Stiefel mit ausreichendem Gummiprofil bei Schneeglätte

Bei Schneematsch geben nur Winterschuhe mit festem Fersen- und Seitenhalt und rutschfesten Sohlen mit ausreichendem Profil sicheren Halt.

Eiskrallen oder Schuhspikes bei Glatteis

Bei Glatteis schützen dagegen nur Schuhspikes und Eiskrallen ausreichend:

Eiskrallen sind in der Ausnehmung vor dem Absatz der Schuhe verborgen und können bei Bedarf mit der Hand oder einem Stock vorgeklappt werden. Werden sie nicht mehr gebraucht, können sie von der Sohle wieder zurück in die Ruhestellung vor dem Absatz geklappt werden.

Hilfe in Anspruch nehmen

Ältere Menschen sollten bei diesem Wetter lieber zu Hause bleiben, und ihre notwendigen Besorgungen von Nachbarn, Enkeln oder Besuchsdiensten machen lassen.

Besser ist es, auf Vorrat einzukaufen, wenn Schneematsch oder Glätte zu erwarten ist.

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Ing. Mag. Thomas Lettner,
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