"EH WURSCHT" ? WER HAT DEN FILM GEFRESSEN !

Der Finanzminister, der Staatssekretär, die Regierung?

Wien (OTS) - Tatsache ist, dass aus dem Film als "Schwerpunkt" der Regierungserklärung ein "Leichtgewicht" geworden ist. Der Staatssekretär Morak ist zwar der Meinung, dass er bei einer 4%igen Gesamtkürzung des Kulturbudgets die "Filmwurst", indem er sie "nur" um 35% gekürzt hat, gerettet hat, aber mathematisch läßt sich dies für die Filmwirtschaft nicht nachvollziehen. Das Budget des Österreichischen Filminstitutes betrug in den Jahren 1998 und 1999 öS 170 Mio.(dies inklusive sogenannter "Sondermittel" von öS 50 Mio. pro Jahr) . Im Jahr 2000 wird es nur mehr öS 110 Mio. betragen. Dies läßt sich nachvollziehen, eine Kürzung um öS 60 Mio., bei dem ohnehin geringen Budget fast ein Todesstoß.

Es stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, die Wurst nicht zu retten, sondern sich ernsthaft Gedanken über die Zukunft eines Mediums zu machen, das in fast allen EU Ländern als maßgebliche Zukunftsbranche besonders unterstützt wird.

Aber Österreich ist nicht nur, was das die offiziellen Rechenleistungen betrifft, "anders":

Wenn Franz Morak den Bereich Film der Kulturwirtschaft zuordnet so bestätigt dies, was ja vom Produzentenverband bislang vergeblich immer wieder den Politikern dargestellt wurde, dass der Film als wichtigste Entwicklungsbranche, in fast allen EU Ländern, aus diesem Grund, ein duales Förderungssystem aus den Bereichen Kunst und Wirtschaft besitzt.

Wenn Staatssekretär Morak allerdings meint, dass der Bereich Kulturwirtschaft Film "anders" finanziert werden sollte, so klingt dies sehr verdächtig nach dem typischen österreichischen staatstragenden "anders", üblicherweise ein Synonym für "ich weiß nicht" und "eh wurscht". Sollte dem nicht so sein, so ersuchen wir dringend um Bekanntgabe von Name, Adresse und Telefonnummer jener Institution oder Firmen, wo diese "andere Finanzierung" durch rechtliche Rahmenbedingungen ermöglicht und daher auch beigebracht werden kann.

Eine Budgetkürzung von 35% als gerettete Wurst zu verkaufen ist so, als wolle man die Filmwirtschaft für blind verkaufen. Die Filmwirtschaft ist nicht blind und durchaus in der Lage, die neue Regierung an ihren Taten zu messen. Im Bereich Filmpolitik heißt die Tat "Kahlschlag".

Helmut Grasser - Danny Krausz - Kurt Mrkwicka
Sprecher des Produzentenverband

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