Csörgits: "Bei Kranken sparen ist unsozial"

. Gegen "herumdoktern" am Gesundheitssystem, Gesamtpaket gefragt

Wien (ÖGB). Als ”unfair” bezeichnete heute ÖGB-Vizepräsidentin Renate Csörgits den Plan der Regierung, beim Besuch einer Ambulanz einen Behandlungsbeitrag von 80 Schilling einheben zu wollen. Csörgits:
”Viele Menschen müssen Ambulanzen aufsuchen, weil Arztpraxen oft keine patientengerechten Öffnungszeiten haben.” ++++

Statt eine Krankensteuer einzuführen, sei es wesentlich sinnvoller eine ausreichende ärztliche Infrastruktur zu gewährleisten, betont Csörgits.

Grundsätzlich sprach sich die ÖGB-Vizepräsidentin gegen einen Selbstbehalt aus: ”Kranke finanziell zusätzlich zu belasten kann keine Lösung sein. Csörgits wies neuerlich darauf hin, dass eine ”Steuer für Kranke” zur Sanierung des Gesundheitssystems nicht effizient sei. Csörgits: ”Jeder Selbstbehalt treffe in erster Linie sozial Schwache, allein Erzieherinnen und Familien. Diese Belastung der Versicherten wird der ÖGB sicher nicht zur Kenntnis nehmen.”

Pläne nicht durchdacht
Drei Fragen an Staatssekretär

Wie undurchdacht und unfair der Plan ist, zeigt schon die Tatsache, dass noch viele Fragen unbeantwortet sind. Drei Fragen stehen für Csörgits im Mittelpunkt: "Wer wird in Zukunft die 80 Schilling einheben?, Wird man nicht behandelt, wenn man kein Geld dabei hat ?, Wer zahlt den erhöhten Verwaltungsaufwand?”

"Die neue Regierung diskutiert ständig über Krankenkosten und Sozialabbau. Wesentlich sinnvoller sei es, Maßnahmen zu setzen, um die Gesundheit der Menschen zu verbessern.” (bfm)

ÖGB, 17. März 2000 Nr. 163

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