Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" ,,Österreich-Gespräche"

Klagenfurt - Den Österreichern brennt es unter den Nägeln. Anders ist nicht erklärbar, dass 1,4 Millionen Seher das, nach formalen Kriterien beurteilt, höchst langweilige, dreistündige "Österreich-Gespräch" mit größter Anteilnahme verfolgten. Patentrezepte zur Lösung von Krisen wurden erwartungsgemäß nicht gefunden. Aber es ist trotz Schönrederei schon ein großer Fortschritt, wenn die wiederholte Darlegung des eigenen Standpunktes in ruhiger und nicht verletzender Form erfolgt.
Hinter allen Wortmeldungen stand die Frage, wie denn das Problem tatsächlich heißt? Ist das Problem Jörg Haider, ist es die Regierung oder die unaufgearbeitete Geschichte aller? Selbst wenn Haider schweigen würde, die Regierung zurückträte, das Problem bliebe in seinen Wurzeln dasselbe. Niemand kann von seiner Geschichte zurücktreten. Deshalb ist bei allen möglichen aktuellen Lösungsansätzen das Problem, das wir mit Europa haben, solange ungelöst, solange wir nicht einen gemeinsamen unverstellten Blick auf die Geschichte tun und diese dann auch annehmen. Österreich entzweit nur vordergründig Jörg Haider, tatsächlich ist es der Blick auf die Geschichte, den mit ihm zu teilen Europa und der Mehrheit der Österreicher aus Wissen und Erfahrung unmöglich ist.
Bei allen Schwächen, die eine solche überdimensionierte Gesprächsrunde mit sich bringen muss, deutlich gemacht wurde gerade auf Grund der Redneranzahl, dass es ohne Zuhören nicht geht. Sollte nach diesem Gespräch der Ton weniger schrill und das Ohr etwas offener geworden sein, hat es sich ausgezahlt.

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