Boykott gegen Österreich

Wien (OTS) - In den letzten Wochen sind von den 14 EU-Ländern und auch von anderen Staaten Boykottmaßnahmen gegen die österreichische Bevölkerung, gegen Schulklassen, gegen Reisende aus Österreich gesetzt worden, welche die Israelitische Kultusgemeinde bedauert und ablehnt.

Wir meinen, daß all jene, die der neue österreichischen Bundesregierung mit Recht ablehnend gegenüberstehen, ihre Glaubwürdigkeit jetzt in die Waagschale werfen sollten, um diese falschen und kontraproduktiven Maßnahmen zu verhindern. Die Israelitische Kultusgemeinde hat deswegen eine Reihe von Gesprächen in der Schweiz, Schweden und Israel geführt und wird in den nächsten Tagen nach Straßburg und Brüssel sowie in die USA fahren. Diese Gespräche sollen zum einen mithelfen der pauschalen Vorverurteilung Österreichs und seiner Bevölkerung entgegenzuwirken, und zum anderen das Entstehen von Vorurteilen, die genauso zu bekämpfen sind wie Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, verhindern.

Die IKG und die FPÖ:

Die Israelitische Kultusgemeinde wurde bereits mehrfach aufgefordert, (zuletzt von Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer) Gespräche mit MinisterInnen der FPÖ aufzunehmen. Die Israelitische Kultusgemeinde steht auf dem Standpunkt, daß die FPÖ in der Vergangenheit eine Politik verfolgt hat, in der Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, populistische Hetze gepaart mit antisemitischem und rechtsextremem Bodensatz eine fixen Platz einnehmen. Die Israelitische Kultusgemeinde hat aus diesem Grund beschlossen, weder mit FunktionärInnen der FPÖ zu verhandeln noch diese zu treffen, um nicht von der FPÖ als "Feigenblatt" mißbraucht zu werden. Wenn das Gesprächsangebot der FPÖ an die Israelitische Kultusgemeinde ehrlich gemeint ist, müßte die FPÖ weder unglaubwürdige Entschuldigungen noch Entschuldigungsrituale jedweder Art inszenieren. Vielmehr müßte die FPÖ im In- und im Ausland durch entsprechende Taten nachweisen, daß in ihren eigenen Reihen keine Funktionäre tätig sind, die antisemitische Aussagen von sich geben.

Der FPÖ EU-Abgeordneter Peter Sichrovsky hat durch sein Interview vom 4. März 2000 bewiesen, daß dem nicht der Fall ist. Es ist bezeichnend, daß die FPÖ den Juden Sichrovsky vorschickt, um die schlimmste antisemitische Attacke gegen die Israelitische Kultusgemeinde seit dem Jahre 1945 zu lancieren. Es ist des weiteren bezeichnend, daß in jedem anderen europäischen Land ein Politiker, der solche Aussagen macht, aus allen Ämtern gejagt würde. Für die Medien und die politischen Parteien in Österreich gilt brutaler Antisemitismus aber nach wie vor als Kavaliersdelikt.

Dr. Ariel Muzicant
Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien

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