Schule/Waibel

Es gibt keine Rechtfertigung von Gewalt Fachleute diskutierten Präventionsmaßnahmen und Gegenstrategien

Dornbirn (VLK) - "Gewalt ist kein spezielles Problem der
Schule, sondern ein gesamtgesellschaftliches Phänomen",
betonte die Amtsführende Präsidentin des Landesschulrates, Landesrätin Eva Maria Waibel, am Beginn der Podiumsdiskussion "Gegen Gewalt in der Schule", die gestern, Mittwoch, im Competencecenter in Dornbirn stattfand. Waibel hatte
Lehrpersonen und andere Fachleute eingeladen, über
Möglichkeiten der Prävention und Intervention zu beraten.
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Stefan Allgäuer vom Institut für Sozialdienste betonte,
dass es wichtig ist, Gewalt dort wo sie auftritt zu sehen und
zu erkennen und sich dann zu entscheiden, etwas dagegen zu
tun. "Nur eine klare Botschaft hilft im Handeln gegen Gewalt
weiter. Es gibt keine Rechtfertigung von Gewalt", stellte er
klar.

Es diskutierten die Schulpsychologin Maria Helbock,
Kinder- und Jugendanwalt Leo Jäger, Landesschulinspektor
Raimund Rosenberg, Hans-Peter Ludescher von der Sicherheitsdirektion, die Elternvertreterin Rita Reisch, Lehrerpersonalvertreter Wolfgang Rothmund und Valeria
Rüdisser von der Landesschülervertretung.

In der Diskussion wurde klar, dass zwischen dem Erwerb von Konfliktlösungskompetenz im präventiven Feld und dem klaren Einschreiten in Krisensituationen unterschieden werden muss.
Es wurde auch deutlich, dass nur das abgestimmte Vorgehen von Lehrpersonen und Eltern in enger Zusammenarbeit mit den
Schülern zielführend ist. In heiklen Situationen stehen die Sozialeinrichtungen des Landes zur Verfügung. Eltern und Lehrpersonen wurden aufgerufen, diese Möglichkeiten früh
genug zu nützen und nicht abzuwarten, "bis der Karren
verfahren ist."

"Soziales Handeln" wurde als vorbeugende Maßnahme gegen Gewalthandlungen immer wieder positiv herausgestrichen. Um
dem "sozialen Lernen" mehr Raum zu geben, wurde die
verbindliche Einführung von zusätzlichen
Klassenvorstandsstunden gefordert.

Die intensivere Nutzung der Angebote der Pädagogischen
Institute im Bereich der Lehrerfortbildung wurde als
Möglichkeit angesehen, die Kompetenz der Lehrpersonen im
Umgang mit aggressiven und gewaltbereiten Kindern zu erhöhen. Darüber hinaus wurde gefordert, dass "auch mit den Opfern und
ihrem Umfeld gearbeitet werden muss" und nicht nur mit den
Tätern.

Der Forderung nach mehr Beratungslehrern konnte
Landesrätin Waibel sofort nachkommen. "Wir werden im nächsten Schuljahr die Zahl der Beratungslehrer um ein bis zwei
erhöhen, sofern wir qualifizierte Personen finden", versprach
sie.
(so/gw,nvl)

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