ÖGB Csörgits: Körperliche Belastungen am Arbeitsplatz nehmen zu

Gewerkschaften diskutieren arbeitsmedizinische Initiativen

Wien (ÖGB). ”Die Muskeln europäischer ArbeitnehmerInnen sind zum Zerreissen gespannt”, so das Thema eines Internationalen Gewerkschaftsseminars, das heute und morgen im ÖGB-Seminarzentrum Strudlhof stattfindet. Erstmals beraten ArbeitsmedizinerInnen und ArbeitnehmerInnenvertreter aus ganz Europa über gewerkschaftliche und arbeitsmedizinische Initiativen. ++++

ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende Renate Csörgits: ”Immer mehr ArbeitnehmerInnen in Europa sind von Muskel- und Skelettkrankheiten betroffen. Ziel des Seminars ist es, gewerkschaftliche und arbeitsmedizinische Initiativen vorzustellen, um diesen berufs- und arbeitsbedingten Erkrankungen vorzubeugen.

Es sei festzustellen, so Csörgits, dass Frauen von diesen Erkrankungen stärker gefährdet sind als Männer. Die überwiegende Beschäftigung von Frauen in bestimmten Branchen, die durch sich wiederholende Tätigkeiten gekennzeichnet sind, sei eine Erklärung für diese Tatsache. Gleichzeitig hätten Frauen aber auch kaum Mitspracherechte bei der Arbeitsorganisation. Csörgits: ”Monotone Arbeiten, schweres Heben und Tragen, Fließbandarbeiten, immer wieder gleiche Handbewegungen oder Akkordarbeit begünstigen diese negative Entwicklung.”

In der Europäischen Union bezeichnen 45 Prozent der ArbeitnehmerInnen ihre Aufgabe als monoton, 37 Prozent erklären, dass sie immer wiederkehrende Tätigkeiten ausführen. Muskel-Skelett-Erkrankungen hätten im Jahr 1995 zu den häufigsten zehn Berufskrankheiten gezählt, betont Csörgits.

Zwischen 1991 und 1996 habe sich die Intensität der Tätigkeiten, vor allem aber das Arbeitstempo massiv verschärft, so die ÖGB-Frauenvorsitzende. Zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen, die damit in Verbindung gebracht werden, zählen Rückenleiden (30 Prozent), Stress (28 Prozent) und Muskelschmerzen (17 Prozent).

Csörigts: ”Es ist daher die Aufgabe der Gewerkschaften arbeitsmedizinische Vorkehrungen zu treffen und neue Initiativen zur Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz zu entwickeln.” (bfm)

ÖGB, 16. März 2000 Nr. 162

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