Durchbruch für internationale Anerkennung des Nationalparks

Schausberger: Zwei-Säulen-Modell "Schützen und Nützen" / Einbindung der betroffenen Bevölkerung hat Vorrang

Salzburg (OTS) - Ein Zwei-Säulen-Modell für die
Zukunft des Nationalparks Hohe Tauern präsentierte
Landeshauptmann Dr. Franz Schausberger gestern,
Mittwoch, 15. März, bei der Kuratoriumssitzung in
Rauris, bei der ihm ein Durchbruch mit einer Strategie
zur internationalen Anerkennung des einzigartigen
alpinen Schutzgebietes gelang. "Es muss ein neuer Weg
gefunden werden, für den Nationalpark Hohe Tauern die
bestmögliche internationale Anerkennung zu erwirken",
erklärte Schausberger. Als Grundsätze gelten dabei
"schützen" - die einzigartige Landschaft soll erhalten
werden - und "nützen" - auch die Bevölkerung soll vom
Nationalpark profitieren -, die parallel
weiterentwickelt werden sollen. "Vor allem aber muss
dieses Modell gemeinsam mit der betroffenen
Bevölkerung umgesetzt werden", stellte Schausberger
klar. Schausbergers Modell stieß bei allen beteiligten Kuratoriumsmitgliedern auf Zustimmung, sämtliche
Beschlüsse wurden einstimmig gefasst.

Das Salzburger Nationalparkkuratorium unterstützt die
weitere Entwicklung in Richtung einer internationalen
Anerkennung als Nationalpark gemäß den geltenden IUCN-
Richtlinien der Kategorie II. "Für die weitere
Vorgangsweise ist es notwendig, darzustellen, welche
Voraussetzungen für die internationale Anerkennung des
Salzburger Anteiles des Nationalparks Hohe Tauern zu
erfüllen sind. Ebenfalls ist klar zu dokumentieren,
was davon bereits als erfüllt angesehen werden kann",
so Schausberger. Anzustreben sei, die teilweise
internationale Anerkennung des Nationalparks Hohe
Tauern bereits beim IUCN-Weltkongress im Jahr 2002 zu
erreichen.

Das Salzburger Nationalparkkuratorium sprach sich
gestern auch für eine gleichzeitige und gemeinsame
Eingabe der Bundesländer Tirol, Kärnten und Salzburg,
also des gesamten Nationalparks Hohe Tauern, für die
internationale Anerkennung aus. Innerhalb der
Gesamteingabe sollten jedoch unterschiedliche
"Geschwindigkeiten" der einzelnen Nationalpark-Anteile
möglich sein. Salzburg werde versuchen, in seiner
Vorsitzperiode 2000/2001 im Nationalpark-Projekt eine einvernehmliche Vorgangsweise zu erreichen,
unterstrich Schausberger.

Schützen: Ökologie und Grundeigentum

Die laufenden Verhandlungen mit den Österreichischen
Bundesforsten über das Einbringen ihrer Grundstücke in
die Kernzone sollen bis Ende 2000 abgeschlossen
werden. "Die Verhandlungen mit der Jägerschaft sollen
im Laufe des Jahres 2001 zu Ende gebracht werden,
wobei eine nationalparkgerechte Jagdausübung auf der
Basis unseres wildökologischen Jagdgesetzes angestrebt
wird", erklärte der Landeshauptmann. Solche
Verhandlungen seien auch mit dem Fischereiverband zu
führen. Die Verhandlungen mit der Schutzgemeinschaft
der Grundeigentümer zum Bereich der Landwirtschaft
sollten ebenfalls bis Ende 2001 abgeschlossen sein.
Der Bund wird ersucht, das Land Salzburg bei der
Lukrierung von EU-Finanzierungen für den Nationalpark
zu unterstützen.

Nützen: Gemeinsame Werbung - gemeinsamer Nutzen

Das Nationalparkkuratorium ersuchte Landeshauptmann-
Stellvertreter Wolfgang Eisl, die derzeit
unkoordinierte Situation zwischen Werbegemeinschaft,
Regionalverband Nationalpark und Europa Sportregion
Kaprun/Zell am See zu klären und eine bestmögliche
Bewerbung der gesamten Region, sowohl Nationalpark und Europasportregion, zu erzielen. Der Landeshauptmann
hat dazu bereits Vorgespräche mit Tourismusreferent
Eisl geführt.

Zum Plan der Errichtung eines Nationalparkzentrums
sollen noch einmal verschiedene Varianten geprüft
werden. "Auch hier muss gesagt werden, dass eine
Lösung für Schloss Fischhorn nur gefunden werden kann,
wenn sich die Bedingungen des derzeitigen Vermieters
bzw. Verkäufers stark verändern. Mögliche EU-Zuschüsse
sollen geprüft werden", erklärte Schausberger. In
seiner Funktion als GROHAG-Aufsichtsratsvorsitzender
betonte der Landeshauptmann, dass es zu einer engen
Zusammenarbeit zwischen der Großglockner
Hochalpenstraßen AG und dem Nationalpark kommen soll.
Zustimmung von Bürgermeistern und Bund

Positiv äußerten sich die übrigen Teilnehmer zu den
Plänen Schausbergers. Bürgermeister Leonhard Madreiter
(Fusch) signalisierte seine Zustimmung für eine
gemeinsame Werbestrategie und bezeichnete es als
"zukunftsweisend", dass die internationale Anerkennung
angestrebt wird. Für Bürgermeister Ökonomierat
Ferdinand Oberhollenzer (Krimml) brachte der Besuch im Oberösterreichischen Nationalpark einen
Meinungsumschwung der Salzburger Nationalpark-
Bürgermeister. Private Grundeigentümer dürften aber
auf keinen Fall schlechter als die Bundesforste
gestellt werden. Als "Durchbruch" begrüßte auch Dipl.
Ing. Günter Liebl vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft Schausbergers Zwei-Säulen-Modell.
Bundesminister Mag. Wilhelm Molterer wolle darauf
hinwirken, dass die vorgesehene 15-prozentige Kürzung
der Budgetgelder nicht auf den Nationalpark Anwendung
finden wird. Derzeit laufe ein Prüfungsverfahren über
eine mögliche EU-Kofinanzierung, bis Mitte des Jahres
rechne er, so Liebl, mit einem Ergebnis.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Roland Floimair
Tel.: (0662) 80 42 / 23 65

Landespressebüro Salzburg

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SBG/SBG