Rieder: AKH modernisieren - nicht vollständig privatisieren

"Aufwendige Inventarisierung zeigt Reformbedarf"

Wien, (OTS) "Das Allgemeine Krankenhaus der Stadt Wien ist nicht nur in puncto Medizin, Wissenschaft und Forschung das Flaggschiff Österreichs, sondern auch ein Wirtschaftsunternehmen von beträchtlicher Größe, das, was Umsatz und Personal anbelangt, durchaus mit anderen wichtigen Wirtschaftsunternehmen in unserem Land vergleichbar ist", erklärte Wiens Gesundheitsstadtrat Dr.
Sepp Rieder im Rahmen eines Mediengespräches am Donnerstag im AKH. "Darum gilt es, die Management-, Betriebs- und Rechtsstruktur den Anforderungen eines modernen Wirtschaftsunternehmens anzupassen, ohne das AKH dabei vollständig zu privatisieren", sprach Rieder eine Umwandlung des AKH in eine Kapitalgesellschaft an. "Manche Voraussetzungen - wie ein leistungsfähiges Führungsteam - seien jetzt schon erfüllt, in anderen Bereichen - wie bei der
Beseitigung von Doppelgleisigkeiten zwischen den Trägern Land und Bund - bestehe aber noch großer Handlungsbedarf, betonte Rieder.
An dem Mediengespräch nahmen auch der Ärztliche Direktor des AKH, Prof. Dr. Reinhard Krepler, der Verwaltungsdirektor, Dipl. Ing. Ernst Stadlmayr, der Technische Direktor, Ing. Peter Csukovits, sowie ein Vertreterin der erkrankten Pflegedirektorin, Oberin Vera Gerwin, teil.****

Inventarisierung abgeschlossen

"Die vor kurzem abgeschlossene Inventarisierung des AKH nach den im Magistrat der Stadt Wien gültigen Vorschriften zeigt am besten den Reformbedarf", so Rieder weiter. "Würden jene Vorschriften, nach denen im AKH die Inventarisierung durchgeführt wurde, für alle Betriebe gelten, so würde die Wirtschaft Österreichs daran kollabieren", so Rieder. Erschwerend kam bei der Inventarisierung des AKH auch hinzu, dass es sich dabei sowohl um eine verspätete Betriebseröffnungsbilanz des neuen AKH handelt, als auch die Tatsache, dass im Rahmen der Übersiedlung vom alten
in das neue AKH über Jahre hinweg parallel zwei Standorte geführt wurden. Die Kosten für die laufende Inventarisierung des AKH mit über 20.000 Räumen belaufen sich auf jährlich rund 15 Millionen Schilling.

Insgesamt wurden dabei ca. 350.000 Wirtschaftsgüter mit einem Anschaffungswert unter 5.000 Schilling und etwa 190.000 Wirtschaftsgüter mit einem Anschaffungswert über diesem Betrag erfasst. Direkt an der Umsetzung dieses Projektes beteiligt waren
8 Mitarbeiter des Magistrats, 22 Mitarbeiter der VAMED, 8 Mitarbeiter der KMB sowie 27 Personen die für die Dauer des Projektes über das AMS rekrutiert wurden. Darüber hinaus waren rund 900 Teilinventarverantwortliche in die Erhebungen zum Mengeninventar eingebunden.

Das Projekt und alle zukünftigen Aktivitäten in Sachen Inventarisierung sollen in Erweiterung der bereits in der Ärztlichen Direktion etablierten Zertifizierungen des AKH
ebenfalls als QM-Projekt nach ISO 9000 zertifiziert werden.

Keine Änderung für die Patienten im Falle einer Ausgliederung: Leistungsvertrag für AKH geplant

"Für die Patienten wird sich auch bei einer teilweisen Ausgliederung des AKH aus dem Wiener Krankenanstaltenverbund
nichts ändern", so Rieder. Das AKH bleibt weiterhin zentrale medizinische Behandlungsstätte nicht nur für Wien, sondern für die gesamte Ostregion und in speziellen Fällen für ganz Österreich. "Im Falle einer Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft ist an den Abschluss eines Leistungsvertrages gedacht, der diese zentrale Funktion des Hauses in der Versorgung von Patienten auch weiterhin sichert", so Rieder.

Doppelgleisigkeiten in der Verwaltung überwinden

"Es geht aber hauptsächlich darum, die Doppelgleisigkeiten in Sachen Verwaltung dieses Spitalsgroßbetriebes zwischen Stadt Wien und Bund zu bereinigen und somit einfachere und damit schnellere Entscheidungsstrukturen aufzubauen", so Rieder.

Als Beispiel nannte Rieder dabei die EDV-Anlage im AKH. "Mit einem einheitlichen Rechtsträger wäre die EDV, die in einem so großen und sensiblen Betrieb an sich schon eine hochkomplexe Struktur besitzt, einfacher und damit auch kostengünstiger zu führen."

Ausgliederung: AKH-Mitarbeiter nicht automatisch

Privatangestellte
Im AKH arbeiten rund 9.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Falle einer Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft ist eine einheitliche Personalführung aller Mitarbeiter vorgesehen. Das bedeutet aber nicht, dass alle jetzigen Mitarbeiter automatisch zu Privatangestellten der neuen Gesellschaft werden.

Führungsteam nun wieder vollständig

Die Ärztliche Direktion des AKH wird von Dr. Reinhard Krepler geleitet, die Pflegedirektion von Oberin Vera Gerwin. Mit der Bestellung des Verwaltungsdirektors, Dipl. Ing. Ernst Stadlmayr,
und des Technischen Direktors, Ing. Peter Csukovits, im Februar diese Jahres ist das Führungsteam des AKH nun wieder vollständig.

Das AKH in Zahlen: 21.000 Menschen betreten täglich das AKH

Um deutlich zu machen, um welche Größenordnungen es im AKH geht, hier einige Kennziffern:

Medizin

o Pro Tag werden im AKH durchschnittlich 245 Patienten aufgenommen

(pro Jahr rund 90.000 Patienten)
o In den Ambulanzen erscheinen pro Tag rund 4.000 Besucher

(jährlich etwa 1,5 Millionen)
o Im AKH stehen 2.100 Betten, 51 Operationssäle, 20 weitere

Eingriffsräume, 38 Dialyseplätze und 7 Aufwachräume zur Verfügung
o Jährlich werden im AKH 43.000 Operationen durchgeführt, davon

556 Transplantationen (200 Nierentransplantationen, 80 Lebertransplantationen 59 Herztransplantationen, etc.)

Personal

o Insgesamt sind im AKH über 9.400 MitarbeiterInnen beschäftigt,

davon 1.500 ÄrztInnen, 2.700 Pflegepersonen, 1.200 MitarbeiterInnen des Medizinisch-Technischen Dienstes und 4.000 MitarbeiterInnen des Verwaltungs- und sonstigen Personals. Jährlich werden etwa 2.300 schriftliche und 2.000 mündliche Bewerbungsansuchen behandelt

Logistik

o täglich werden 54.000 Wäschestücke (16,5 Tonnen) verteilt bzw.

zur Reinigung entgegengenommen
o pro Tag werden 186 Bestellungen von Gütern getätigt (45.000

Bestellungen mit 97.000 Bestellpositionen jährlich)
249 Rechnungen werden täglich abgewickelt (60.000 Rechnungen jährlich)
o jährlich werden im Zentrallager 300.000 Lieferungen

entgegengenommen

Verwaltung

o Pro Jahr werden 5.600 Geschäftsfälle neu angelegt, 28.500

Zwischenerledigungen protokolliert
o 315.500 Inlands- und 8.500 Auslandsbriefe befördert

5.000 Verletzungsanzeigen eingetragen und versendet
o 880.000 Krankenscheine an diverse Krankenkassen zur Abrechnung

übermittelt (Abrechnungsvolumen pro Tag 660.000 Schilling)
o 98.000 Abrechnungsvorgänge pro Jahr (409 Vorgänge pro Tag) für

stationäre Patienten (Volumen: 3,4 Milliarden Schilling) (Schluss) mmr

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