Parlamentarische Beratungen über Forderungen des Familien-Volksbegehrens gehen weiter:

Kinderbetreuungsgeld ist erster Schritt zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Wien (OTS) - Nur ein Höchstmass an Wahlfreiheit für Eltern ermöglicht eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ein Kinderbetreuungsgeld für alle Eltern in Österreich - die Hauptforderung des Familien-Volksbegehrens - ist ein erster sehr wesentlicher Schritt in diese Richtung, stellte heute der Präsident des Österreichischen Familienbundes, Mag. Otto Gumpinger anlässlich der Behandlung des Familien-Volksbegehrens im parlamentarischen Unterausschuss zum Spezialthema "Familie und Beruf" fest.

Der Ansatz Kinderbetreuungsgeld allen Eltern auszuzahlen, unabhängig vom vorangegangenen Erwerbsstatus ist eine langjährige Forderung des Österreichischen Familienbundes. Das Familien-Volksbegehren hat dazu beigetragen, dass diese Forderung nun ins Koalitionsabkommen aufgenommen wurde und kurz vor der Realisierung steht. Es ist nicht einzusehen, dass Eltern, die das Kinderbetreuungsgeld besonders dringend brauchen - also Schülerinnen und Studentinnen von dieser Zuwendung ausgeschlossen werden. Die meisten Hausfrauen, die nun auch in den Genuss dieser Regelung kommen werden, waren schon einmal erwerbstätig, haben aber nach dem ersten oder zweiten Kind ihren Karenzgeldanspruch verloren, weil sie nicht in der vorgegebenen Frist ihre Erwerbstätigkeit wieder aufgenommen haben.

Kinderbetreuungslücke bis zum Kindergartenalter erstmals geschlossen

Sehr erfreulich ist auch, dass das Kinderbetreuungsgeld zwei beziehungsweise drei Jahre gezahlt wird, wenn der Vater ein Jahr davon in Anspruch nimmt. Damit ist erstmals in Österreich die Kinderbetreuungslücke bis zum Kindergartenalter geschlossen.

Ausserdem bedeutet diese Regelung auch einen wichtigen Impuls für eine partnerschaftliche Aufteilung der Familienarbeit und ermöglicht eine wirkliche Wahlfreiheit. Sehr positiv bewertet Gumpinger auch, dass die Zuverdienstgrenze während des Bezuges des Kinderbetreuungsgeldes auf eine Höhe angehoben wird, bei der eine Halbtagsbeschäftigung aller Voraussicht nach möglich sein wird.

Somit haben Eltern auch während der Kleinkindphase die Möglichkeit, Beruf und Familie zu vereinbaren ohne einen Bereich vernachlässigen zu müssen.

Steuerliche Anreize für Teilzeitangebote

51% der Frauen, die beim Family Fertility Survey befragt wurden, wünschen sich mehr flexible Arbeitszeitmodelle, sowie Teilzeitangebote, die sich an ihren familiären Bedürfnissen orientieren. Zur Zeit sind 29% der Frauen in Österreich in Teilzeit tätig, im internationalen Vergleich liegt Österreich mit diesem Prozentsatz weit abgeschlagen. So sind in den Niederlanden 69% der Frauen und in Großbritanien 45% der Frauen teilzeitbeschäftigt. Der Österreichische Familienbund fordert in diesem Zusammenhang steuerliche Anreize für Unternehmen, die eine bestimmte Teilzeitquote erfüllen. Darüber hinaus gehe es auch noch darum, so Gumpinger weiter, bei den Unternehmen verstärkt Bewusstsein zu schaffen, dass eine familienorientierte Personalpolitik viele Vorteile für den Betrieb hat. Eine geringere Fluktuation sind ebenso zu beobachten wie geringe Krankenstandsquoten.

Individuelle Kinderbetreuungsangebote fördern

Ein weiterer wichtige Faktor bei den Wünschen nach besserer Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist die bedarfsgerechte und qualitätsbewußte Kinderbetreuung. Es gehe in Zukunft darum, so der Präsident des Österreichischen Familienbundes, nicht neue Kinderbetreuungsstätten zu bauen, sondern bestehende Strukturen zu nutzen und individuelle Modelle zu entwickeln. In der Altersgruppe der drei bis sechsjährigen ist eine Vollversorgung nahezu erreicht. Für die unter dreijährigen müssen nun punktuelle Kinderbetreuungslücken durch kindgerechte Angebote geschlossen werden. Wobei in diesem Alter die Verlängerung der Auszahlung eines Kinderbetreuungsgeldes zum Tragen kommen wird und viele Eltern ihre Kinder nun selbst betreuen können. Ebenso ist noch ein Betreuungsbedarf für Schulkinder gegeben. Kostengünstige und qualitätsvolle Nachmittagsbetreuung sei nach wie vor Mangelware, so Gumpinger abschließend.

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