ÖGJ-Jugend zur AK-Studie: Ergebnisse fordern rasches Handeln der Regierung

Qualität der Ausbildung rasch verbessern - Regierungsübereinkommen neu überdenken

Wien (ÖGB). Kritisch betrachtet die Österreichische Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) die Ergebnisse der AK-Studie ”Lehrlingsumfrage”, in der eine drastische Verschlechterung der Situation für Lehrlinge in Österreich festgestellt wird. Albert Maringer, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend: ”Die Regierung ist aufgefordert der Realität ins Auge zu sehen und sich verstärkt für die Qualität der Ausbildung einzusetzen sowie eine ausreichende Zahl an Lehrstellen in diesem Jahr zur Verfügung zu stellen.” ++++

Die Studie im Detail: Bei der Hälfte der befragten Lehrlinge wird im Lehrbetrieb gar keine oder nur gelegentlich Zeit für Ausbildung verwendet. Dafür werden mehr als ein Drittel der befragten Lehrlinge in ihrem Lehrbetrieb für berufsfremde Tätigkeiten herangezogen. Außerdem sind ungesetzlichen Überstunden für viele Lehrlinge ein Teil ihres Alltages. Maringer kritisierte weiters, dass die berufsfremden Tätigkeiten im Vergleich zu 1997 gestiegen sind und die Qualität der Lehrlingsausbildung von Seiten der Wirtschaft stark vernachlässigt wird.

Die ÖGJ fordert die Regierung angesichts dieser Studie zu einem raschen Umdenken auf. Die geplanten Maßnahmen im Regierungspapier wie die Verlängerung der Arbeitszeit für Jugendliche von 22.00 auf 23.00 Uhr sowie die Ausdehnung der Probezeit von zwei auf drei Monate werden daher von der ÖGJ massiv abgelehnt. Besonders negativ sieht Maringer die Tatsache, dass ab dem Jahr 2003 die Lehrlingsentschädigung während der Berufsschulzeit den Unternehmen vom Staat refundiert werden soll.

Die Forderung der ÖGJ: Sicherung des Auffangnetzes und damit Absicherung von 8.000 Jugendlichen, Lastenausgleich zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben, Verkürzung der Probezeit auf ein Monat, Loslösung der Lehrlingsstelle von der WK zur AK, Verlängerung der Behaltezeit nach der Lehre, Beibehaltung der Arbeitszeit für Jugendliche bis 22.00 Uhr, Übernahme der Internatskosten bei voller Fortzahlung der Lehrlingsentschädigung durch den Lehrbetrieb sowie die zukünftige Vergabe von Förderungen nur in Verbindung mit verpflichtenden Qualitätskriterien.

Maringer abschließend: ”Auf Grund der vorhandenen Problematik in der Jugendausbildung sind alle ArbeitnehmerInnen und Lehrlinge aufgerufen, bei den bevorstehenden AK-Wahlen von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen.” (bfm)

ÖGB, 16. März 2000 Nr. 158

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