Pensionskassen weiter in dynamischer Entwicklung

Bereits 5.674 Unternehmen haben Pensionskassenlösung - Neyer: Ergänzende Altersvorsorge ein europäisches Anliegen

Wien (PWK) - Die dynamische Entwicklung der Pensionskassen hielt auch im Jahr 1999 ungebrochen an. Das verwaltete Vermögen stieg um 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr und belief sich auf S 101 Mrd., gegenüber S 69 Mrd. im Jahr 1998, berichtete Fachverbandsvorsteher Dkfm. Dietmar Neyer am Donnerstag im Rahmen einer Bilanzpressekonferenz.

Im Vorjahr schlossen 854 Unternehmen einen Pensionskassenvertrag ab. Ende 1999 hatten damit bereits 5.674 Unternehmen eine Pensionskassenlösung, was einer Steigerung von 18 Prozent entspricht. Von den neuen Verträgen wurden 486 mit Unternehmen abgeschlossen, die erstmals eine Pensionszusage gaben. Die Zahl der Anwartschafts- und Leistungsberechtigten erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 15% auf insgesamt 231.000. Die Pensionsleistungen stiegen im Geschäftsjahr 1999 im Vergleich zum Jahr zuvor von S 1,7 auf S 2,1 Mrd. (plus 24 Prozent).

Berechnungen zufolge müssen bereits jetzt 100 Beitragszahler 60 Rentner finanzieren. Im Jahr 2035 wird ein Arbeitnehmer einen Rentner zu finanzieren haben. Zwischen 2020 und 2025 wird rund ein Drittel aller Österreicher über 60 sein. Bis dahin wird in Österreich die Zahl der Pensionisten um 70 Prozent zunehmen, die Zahl der Erwerbstätigen hingegen um 12 Prozent schrumpfen. Neyer: "Ein Aufrechterhalten des Lebensstandards im Alter kann nur durch ergänzende Altersvorsorge erreicht werden. Nicht zuletzt deshalb gewinnt die betriebliche Altersvorsorge auch für die unselbstständig Beschäftigten immer mehr an Stellenwert."

Auch für Österreichs Unternehmen werden, so Neyer, Pensionskassenlösungen zunehmend attraktiv: Knowhow, verantwortungsvolle Veranlagungspolitik und eine schlanke Kostenstruktur der Pensionskassen haben dazu beigetragen.

Ergänzende Altersvorsorge und insbesondere betriebliche Altersvorsorge sind mittlerweile zu einem europäischen Anliegen avanciert. Die EU-Kommission arbeitet derzeit an der Erstellung einer EU-Richtlinie. Über den europäischen Dachverband European Federation of Retirement Provision, EFRP, ist der Fachverband aktiv in die Diskussion eingebunden. Die Richtlinie wird eine Liberalisierung der Veranlagungsbestimmungen zu Folge haben. Weiters ist mit einer steuerlichen Koordinierung sowie mit Erleichterungen bei der grenzüberschreitenden Mitgliedschaft zu rechnen. Dies wird vor allem die Mobilität der Arbeitskräfte in der europäischen Union fördern.

Von der neuen Bundesregierung erwarten sich die Pensionskassen nach den Worten des Fachverbandsvorstehers eine Reparatur bei der prämienbegünstigten Pensionsvorsorge: Arbeitnehmer sollen bis 1.000 Euro Beiträge - unabhängig von der Höhe des Arbeitgeberbeitrages -leisten können. Mittelfristig soll die aufgeschobene Besteuerung auch für Arbeitnehmerbeiträge eingeführt werden. Dies bedeute eine Steuerbefreiung in der Einzahlungs- und Ansparphase und eine Besteuerung in der Auszahlungsphase.

Der Fachverband der Pensionskassen rechnet für das Jahr 2000 mit einer Steigerung des Vermögens um 30 Prozent.

Der 1992 gegründete Fachverband der Pensionskassen ist die Vertretung aller betrieblichen und überbetrieblichen Pensionskassen Österreichs und gehört zur Sektion Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer Österreich. Derzeit sind sieben überbetriebliche und elf betriebliche Pensionskassen Mitglieder im Fachverband. (hp)

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