Pressemitteilung der Rechtsanwaltskanzlei DDr. Elisabeth Steiner, Dr. Daniela Witt-Dörring Rechtsanwälte OEG als Rechtsberater der Stiftung für die Verständigung und Versöhnung bei der Regierung der russischen

Föderation in der Folge Russische Stiftung für Verständigung und Aussöhnung genannt Russische Delegation in Sachen Zwangsarbeiter bei Regierungsbeauftragter Dr. Schaumayer

Wien (OTS) - Die ersten konstruktiven Gespräche der russischen Delegation über Österreichs Entschädigung für Zwangsarbeit fanden heute bei der Regierungsbeauftragten Präsidentin Dr. Maria SCHAUMAYER im Beisein des Botschafters der russischen Föderation in Österreich, Exzellenz Vladimir GRININ, statt.

Die Stiftung für Verständigung und Aussöhnung wurde bei Dr. Schaumayer von ihren Vizepräsidenten Piotr MARGIEV und Anatoly IVANOV vertreten.

Begleitet wurde die Delegation durch ihre Anwältinnen DDr. Elisabeth Steiner und Dr. Daniela Witt-Dörring.

Die annähernd dreistündige Besprechung verlief in besonders freundschaftlicher Atmosphäre. Ein eingehender sachlicher Informationsaustausch fand statt.

Zum Abschluß des Gespräches betonte die Regierungsbeauftragte ihre Bereitschaft, die praktischen Möglichkeiten der Umsetzung des Willens der österreichischen Bundesregierung zur Entschädigung der Zwangsarbeiter möglichst rasch auszuloten, damit die notwendige humanitäre Geste Österreichs gesetzt werden kann.

Die Vertreter der russischen Delegation verwiesen auf die Notwendigkeit der vordringlichen Behandlung, da ansonsten die Entschädigung nur einer sich sehr ständig reduzierenden Anzahl von Berechtigten zugute kommen werde.

Die russische Stiftung für die Verständigung und Aussöhnung wurde im November 1993 auf Beschluß der Regierung der russischen Föderation errichtet. Das Ziel der Stiftung besteht darin, russischen Naziopfern materielle Hilfe zu leisten, sowie die Entschädigungen aus den Geldmitteln, die von Deutschland und anderen Staaten zur Verfügung gestellt wurden, geordnet zu verteilen. Aus den bisher erhaltenen Kompensationszahlungen Deutschlands konnte die Stiftung für Verständigung und Aussöhnung bereits mehr als 300.000 Naziopfern Entschädigungen auszahlen.

Nicht zuletzt dank der weiteren aktiven Arbeit der Stiftung in der BRD, mit der dortigen Bundesregierung, Bundestagsfraktionen und der Öffentlichkeit wurde in Deutschland im Dezember 1999 ein Beschluß über die Errichtung einer Bundesstiftung mit Mitteln in Höhe von ca. 10 Milliarden DM gefaßt. Die Gelder kommen aus Beiträgen des Bundes und der Betriebe, die während des Krieges ausländische Zwangsarbeiter beschäftigt haben, und sind für die Entschädigung der Opfer des Nazismus, darunter auch derjenigen aus Rußland, bestimmt.

Weiters hat die russische Stiftung der Verständigung und Aussöhnung eine Lösung mit dem Schweizer Fond zugunsten der Opfer des Holocaust/der Shoa eine Einigung zustande gebracht, durch welche etwa 2000 ehemalige russische KZ-Häftlinge eine Hilfe in Höhe von jeweils US-Dollar 400 erhalten konnten.

Um auch in Österreich eine angemessene Entschädigung für die von ihr vertretenen Zwangsarbeiter zu erhalten, hat die russische Stiftung für Verständigung und Aussöhnung neben dem eingangs berichteten Termin bei der Regierungsbeauftragten Dr. Maria Schaumayer auch Kontakte zum Nationalfond der Republik Österreich für die Opfer des Nationalsozialismus, zur Historikerkommission der Republik Österreich, zum Ludwig-Bolzmann Institut für Kriegsfolgenforschung, sowie zu einer Reihe anderer österreichischer Institutionen aufgenommen.

Die Delegation gibt im Einklang mit Historikerforschungen an, daß es in der Kriegszeit auf dem österreichischen Gebiet über 600 Betriebe der Kriegsindustrie gab, in welchen etwa zwei Millionen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus verschiedenen Ländern, darunter auch aus der ehemaligen UdSSR, beschäftigt waren. Zur Zeit wird aufgrund der Recherchen der Stiftung die Zahl der russischen Zwangsarbeiter, die seinerzeit nach Österreich deportiert wurden, präzisiert.

Beim Gespräch bei der Regierungsbeauftragten vom heutigen Nachmittag wurde in Aussicht genommen, dieser in ca. 3 Wochen im Wege der russischen Botschaft die revidierte Zahl über die noch lebenden russischen Zwangsarbeiter, die in Österreich eingesetzt wurden, bekanntzugeben.

Die Stiftung für Verständigung und Aussöhnung als einziger Opferverband der russischen Zwangsarbeiter verweist darauf, daß viele von diesen Naziopfern ein besonders dramatisches Schicksal als Geschädigte zweier Diktaturen zu erleiden hatten. Nachdem die Betroffenen in den Jahren 1941 - 1945 durch die Hölle der Nazi KZs und der Zwangsarbeit gegangen waren, landeten sie - zurück in Rußland - in den Arbeitslagern Stalins, da ihnen zu Unrecht Kooperation mit den Nazis unterstellt wurde. Damit hatten sie weiter Verfolgung und Diskriminierung zu erleiden. Alle samt sind die ehemaligen Zwangsarbeiter heute betagte und kranke Menschen, die dringend materieller Hilfe bedürfen.

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