"Neues Volksblatt" Kommentar: "Offene Frage" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 16. März 2000

Linz (OTS) - Die Gehaltsgrenze von 66.000 Schilling, zu der sich
die Freiheitlichen mühsam durchgerungen haben, ist kein Ruhmesblatt. Erstens ist dies eine nebulose Ziffer, die nicht den tatsächlichen Einkünften der Funktionäre entspricht (siehe 13. und 14. Gehalt). Zweitens beweist die magere Qualität mancher FPÖ-Minister, wohin es führt, wenn Leistung nicht entsprechend honoriert wird. Das wirklich Spannende an der Schein-Privilegiendiskussion der FPÖ war aber der Machtkampf, der dort abläuft. Noch sind Grasser wie Haider bemüht, den Gesichtsverlust des jeweils anderen gering zu halten. Noch versucht die künftige Parteivorsitzende Riess-Passer wie ein Schiedsrichter über den Positionskämpfen und den versteckten Fouls zu schweben. Auf die Dauer wird dies im Interesse der Regierungsarbeit zu wenig sein. Es muss endlich klar erkennbar werden, wer die Entscheidungen in der FPÖ fällt. Ist es der Noch-Obmann oder die Vizekanzlerin? Die jüngste Gehaltsdiskussion hat angezeigt, dass diese Frage noch schwelt. Für die FPÖ ist dies sicher auch ein Lernprozess. Zu lange bestand die Partei nur aus einem Namen. Will Riess-Passer aber als Vizekanzlerin erfolgreich sein, wird sie auch einem "einfachen" Parteimitglied gelegentlich zeigen müssen, wer die Frau im Hause FPÖ ist.

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