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"Privatisierung: Jetzt weht ein anderer Wind" von Dr. Peter Muzik

Wien (OTS) - Die Gallup-Umfrage, die vom WirtschaftsBlatt in
Auftrag gegeben wurde (siehe Story oben), liefert den erfreulichen Nachweis, dass die Österreicher sehr wohl wirtschaftlich zu denken im Stande sind. Was durchaus einen gewissen Newswert hat: Die in dieser Breite überraschende Zustimmung zum Privatisierungsprogramm der Regierung signalisiert nämlich, dass auch in dieser Hinsicht plötzlich ein anderer Wind weht. Das Ja zur Privatisierung ist eindeutig - obzwar der geplante Verkauf staatsnaher Betriebe für manche zu rasch kommt und andere es lieber hätten, wenn sich der Staat aus Betrieben wie Telekom oder Austria Tabak nicht radikal zurückzieht. Alles in allem sind immerhin 17 Prozent der Befragten 100-prozentig für die geplanten Massnahmen, wobei sich die Einstellung der Arbeiter - was erfreulich ist - von jener der Selbstständigen und Freiberufler kaum unterscheidet. Auch das andere Ende des Meinungsspektrums zeigt Erfreuliches: Lediglich 15 von 100 Bürgern - und zwar zumeist Hausfrauen oder Pensionisten - glauben allen Ernstes, trotz zahlloser Gegenbeweise, immer noch, dass die Republik ein brauchbarer Unternehmer ist. Die Gallup-Ergebnisse lassen jedenfalls hoffen, dass verzopfte, unzeitgemässe, nicht zuletzt stupide Denkmuster aus der wirtschaftspolitischen Steinzeit, die in Österreich ja lange genug gedauert hat, endlich in der Versenkung verschwinden. Zugleich werden ambitionierte, zeitgemässe, zukunftsorientierte Grundhaltungen - dazu zählt etwa der wachsende Wunsch vieler, meist jüngerer Arbeitnehmer, sich an "ihrer" Firma beteiligen zu können - zu einer gewaltigen Herausforderung, speziell für die Arbeitgeber, die das nicht ignorieren sollten. Fazit: Im Zeitalter von New Economy haben unbewegliche, bürokratische und ideenlose Staatsfirmen fast keine Luft zum Atmen. Sie werden notgedrungen rasch verdrängt, ersetzt, gekillt und müssen staunend mitansehen, wie andere alles anders machen. Die jungen Erfolgsraketen setzen z.B. das Kapital, die Technologie und den Menschen also Arbeit, Kreativität, Know how - geschickt in eine neue Beziehung zueinander. Sie stürzen sich mit Grips und Dynamik in wilde Zukunftsmärkte und brechen dabei mit sämtlichen Traditionen. So etwa binden sie Mitarbeiter - etwa mit Stock-Options - gezielt an sich und das Abenteuer Wirtschaft. (Schluss) PM

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