"Kleine Zeitung"-Kommentar: "Zähmung" (Von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 16. März 2000

Graz (OTS) - Wie es einem "einfachen" Parteimitglied zusteht,
hielt sich Jörg Haider demonstrativ im Hintergrund. Er überließ anderen die Show, an deren Regie der Ex-Chef aber zweifellos mitwirkte.

Das Stück ist nach dem lautstarken Krach bei den Proben doch noch geglückt. Finanzminister Karl-Heinz Grasser beugte sich unter das Joch der für FPÖ-Politiker geltenden Gehaltsgrenze, nachdem die Partei das Limit anhob.

Die Zähmung des smarten Problemboys stärkt die Autorität der Vizekanzlerin und könnte der schleudernden blauen Regierungsriege Halt geben.

Die Reaktion der Opposition, die ein Haar in der Suppe suchte, bewies, dass das Thema der Politikerbezüge den Nerv vieler Wähler trifft. Auf dem Feld, das von Populisten aller Farben beackert wurde, lässt sich noch ernten - und sei es bloß Unkraut.

Die Innenseite schaut freilich ganz anders aus als die Außenseite. Das betrifft nicht nur die Frage, ob Alimente oder Sonderzahlungen vor der Ermittlung des Nettogehalts abgezogen werden dürfen.

Gemeint ist, dass kein Manager mehr in die Politik geht, der nicht wie Grasser eine Rückfahrkarte besitzt. Die Parteien wissen, dass sie sich damit schaden, doch fehlt ihnen der Mut, dies zu ändern. ***

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