Lichtenberger: LKW verursachen mehr Schäden als sie zahlen

Grüne fordern Einführung eines effizienten Roadpricing

Wien (OTS) " LKW verursachen auf Österreichs Straßen wesentlich mehr Schäden als PKW, 'dafür' zahlen die PKW-Besitzer wesentlich mehr für die Straßenerhaltung im Verhältnis zum angerichteten Schaden", kritisierte die Verkehrssprecherin der Grünen, Eva Lichtenberger, heute in einer Pressekonferenz. Sie beruft sich dabei auf den Rechnungshofbericht über die Alpenstraßen-AG, der zum ersten Mal finanzielle Berechnungen anstellt, was überladene LKW an zusätzlichen Kosten für die Instandssetzung der Straßen verursachen. Laut Grünbuch der Europäischen Union über 'Faire und effiziente Preise im Verkehr', das sich in einem ganzen Kapitel mit dem Zusammenhang von Hochtonnage und Belastung für die Straßendecke auseinandersetzt, ergibt sich folgendes Bild: Die Straßenbelastung steigt mit der 4. Potenz der Fahrzeugmasse y=f(x4). Das heißt etwa, daß eine Überschreitung der maximal zulässigen Achslast von 40 Tonnen um 4 Tonnen auf 44 Tonnen die Beanspruchung der Straßenkonstruktion um 46 Prozent erhöht. Daraus schließt der Rechnungshof, daß bei einem Anteil von ca 7-8 Prozent an überladenen LKW auf der Brennerautobahn zusätzliche Sanierungskosten in der Höhe von 35 Millionen Schilling jährlich entstehen. "Angesichts dieser vorliegenden Daten wäre es ein katastrophaler Irrweg, wenn die nordischen EU-Staaten sich mit ihrem Wunsch nach einer Erhöhung des Tonnage-Limits auf 44 Tonnen durchsetzen würden", betont Lichtenberger, "denn das würde enorme Zusatzkosten verursachen".

Im Regierungsprogramm finden sich nur Maßnahmen, die die Fixkosten des LKW erhöhen, aber nicht die laufenden Kosten wie etwa eine Erhöhung des Dieselpreises oder eine leistungsabhängige Straßenverkehrsabgabe (Roadpricing). Würde man etwa die Mineralölsteuer auf Diesel um einen Schilling pro Liter erhöhen, wären das zusätzliche 3 Milliarden für das Budget, rechnet Lichtenberger vor.

"Eine unmittelbar notwendige Maßnahme ist die Verbesserung und Verstärkung der Kontrollen für überladene LKW", fordert Lichtenberger. Auch wenn die EU davon ausgeht, daß maximal 10 Prozent der LKW kontrolliert werden sollen, sei dies nicht bindend. "Bei einem Anteil von fast 10 Prozent überladener LKW ist Kontrolle dringend notwendig, und schont sowohl die Umwelt als auch das Budget" so Lichtenberger.

Derzeit existierten am Brenner und im deutschen Kiefersfelden Wiegeeinrichtungen mit unterschiedlichen Kontrolldichten. Die Waage in Kiefersfelden sei viel zu wenig im Einsatz. Nur zwischen 5 und 10 Prozent der LKW werden nach Aussagen aus dem Tiroler Landhaus in Kiefersfelden kontrolliert. "Eine verstärkte Kontrolle ist spätestens ab Sommer dringend notwendig und auch möglich, wenn die österreichische Kontrollstelle Kundl auf Tiroler Gebiet endlich fertiggestellt ist, um die es einen unsäglich langen politischen Konflikt gegeben hat", betont die Verkehrssprecherin.

Die zusätzlichen Kontrollen allein sind aber nicht ausreichend zur Verbesserung der Situation. Aufgrund des drohenden Verlustes der Brennermaut und des Konfliktes um die Senkung der Ökopunkte ist mit einem weiter zunehmenden LKW-Aufkommen zu rechnen. Laut Aussagen von ASAG-Direktor Unterholzner waren im Jahr 1999 Steigerungsraten beim LKW-Verkehr auf dem Brenner im Ausmaß von vierzehn (14!) Prozent zu verzeichnen. Diese Steigerung setzt sich auch im Jahr 2000 fort. Falls die Brennermaut wirklich fällt, ist mit einer weiteren Verlagerung von LKW-Verkehr von der Schweiz auf die Brennerroute vorhersehbar. "Die Grünen fordern daher die sofortige Einführung eines effizienten Roadpricing-Modells und internationale Verhandlungen zur Eindämmung des LKW-Verkehrs", so Lichtenberger. "Es ist unzumutbar, daß die österreichischen Steuerzahler diese zusätzliche Last zu übernehmen haben und die Bevölkerung in Tirol unter der noch weiter zunehmenden Belastung zu leiden hat.

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