"Neue Zeit" Kommentar: "Heeres-Ansehen" von Peter Kolb

Ausgabe vom 15.3.2000

Graz (OTS) - Man kann zum Bundesheer stehen, wie man will. Doch durch seine internationalen Einsätze hat es sich und dem Land hohes Ansehen erworben - bei jenen Völkern in der Welt, die mit Österreich sonst eigentlich gar nichts verbinden. Mein ganz persönliches Beispiel: Ein Kurde im Nordostlibanon konnte sich gut an den Einsatz des Bundesheer-Feldspitals im Kurdengebiet des Irak erinnern und bedankte sich eins ums andere Mal bei einem, der gar nichts dazu beigetragen hatte. Außer, dass er den gleichen Pass besitzt wie die Männer und Frauen, die mit dem Staatswappen am linken Uniformärmel die vor Saddam Husseins Truppen geflüchteten Menschen versorgten.

So ist es mit nahezu allen internationalen Heeres-Einsätzen, vom Kongo bis zum Kosovo - stets stand auch die humanitäre Hilfe im Vordergrund. 1997 waren es auf Zypern österreichische und ungarische UN-Soldaten, die durch ihre Menschenkette Tote bei den Zusammenstößen zwischen Griechen und Türken verhinderten - viele um den Preis ihrer heilen Haut.

Österreich ist mit seinem Heeresbudget seit Jahrzehnten Europas Schlusslicht. Wird nun noch einmal reduziert - denn eine Erhöhung im Jahr 2001 kann man in Kenntnis der politischen Realitäten nicht erwarten - müsste Österreich eine Heimkehr seiner Einheiten erwägen. Der Rückzug jener "Botschafter Österreichs", die in Zeiten des angeschlagenen internationalen Image buchstäblich die Fahne des Landes hochhalten: Das dürfte nicht das erste sein, was Minister Herbert Scheibner beim Sparen einfällt.

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