Betrifft OTS-Presseaussendung des Klub der Freiheitlichen vom 13.3.2000: "FILME GEGEN SCHWARZ-BLAU"

Wien (OTS) - Die Pressestelle des KLUB DER FREIHEITLICHEN
berichtet von einem "gemeinderätlichen Kulturausschuß", bei welchem Fraktionsobfrau Mag.Heidemarie Unterreiner ihre Position bekräftigt habe, "wonach der österreichische Film endlich auf Erfolgsschiene gebracht werden müsse und nicht vermeintlich künstlerisch wertvolle Randgruppenprojekte schwerpunktmäßig zu fördern seien." Sie befürchtet, "daß vom "roten Wien" großzügig Gelder fließen könnten, um Propagandafilme gegen die neue Bundesregierung zu finanzieren"

Anlaß für diesen erneuten Versuch der freiheitlichen Politikerin auf die parteiungebundene Förderungspraxis des hiesigen Filmschaffens Einfluß zu nehmen, ist die Ankündigung österreichischer Filmemacher, in einem (übrigens ungeförderten und selbstfinanzierten) Kurzfilmprojekt zur gegenwärtigen politischen Lage Österreichs kritisch Stellung zu beziehen ("ÖSTERREICH HEUTE - WORK IN PROGRESS".)

In gewohnt diffamierender Weise soll in der Aussendung der FPÖ der Eindruck erweckt werden, daß jedwede kritische Stellungnahme gegenüber dieser Partei und ihrer Regierungsbeteiligung nur von der SPÖ gesponsert sein kann - eine Verleumdung, die ja von der neuen Regierung auch schon gegenüber den Hunderttausenden Demonstrationsteilnehmern angewandt wurde.

Daß der Abscheu vor rechtsradikaler Ideologie ausreichende Motivation für engagierten Protest sein kann, dürfte Frau Unterreiner, die offenbar nur unter blindem Gehorsam gegenüber ihrer Führung zu handeln gewohnt ist, noch nicht aufgegangen sein. Der Regieverband hat seine strikte Ablehnung der Haider'schen Politik bereits beim Film-Festival in Berlin publiziert, wird das erneut im Inland bei dem heimischen Filmfest DIAGONALE tun.

Es ist lächerlich, heimische Filmschaffende, die politische Wachsamkeit als Bürgerpflicht ansehen, als erfolglose Lohnschreiber der Sozialdemokratie zu diffamieren (gerade im Werk des von Fr.Unterreiner als Negativbeispiel zitierten Michael Haneke, Österreichs international erfolgreichstem Filmemacher, wird man ideologische Parteibindung vergeblich suchen).

Was aber mit solcher Diffamierung bezweckt werden soll, ist nur allzu klar: bei der Bevölkerung soll der Eindruck erweckt werden, daß jene Künstler, die der FPÖ nicht in den Kram passen, "linke", regierungsfeindliche Demagogen sind, daß die österreichische Filmszene aus einem Haufen erfolgloser Dillettanten besteht, der nur Dank "roter" Parteiwirtschaft bisher zu überleben in der Lage war und dem nun die neuen Machthaber zu zeigen haben, was erfolgreiche Filmkunst zu sein hat.

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