• 14.03.2000, 11:10:59
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  • OTS0107

Betrifft OTS-Presseaussendung des Klub der Freiheitlichen vom 13.3.2000: "FILME GEGEN SCHWARZ-BLAU"

Wien (OTS) - Die Pressestelle des KLUB DER FREIHEITLICHEN
berichtet von einem "gemeinderätlichen Kulturausschuß", bei welchem
Fraktionsobfrau Mag.Heidemarie Unterreiner ihre Position bekräftigt
habe, "wonach der österreichische Film endlich auf Erfolgsschiene
gebracht werden müsse und nicht vermeintlich künstlerisch wertvolle
Randgruppenprojekte schwerpunktmäßig zu fördern seien." Sie
befürchtet, "daß vom "roten Wien" großzügig Gelder fließen könnten,
um Propagandafilme gegen die neue Bundesregierung zu finanzieren"

Anlaß für diesen erneuten Versuch der freiheitlichen Politikerin
auf die parteiungebundene Förderungspraxis des hiesigen
Filmschaffens Einfluß zu nehmen, ist die Ankündigung österreichischer
Filmemacher, in einem (übrigens ungeförderten und selbstfinanzierten)
Kurzfilmprojekt zur gegenwärtigen politischen Lage Österreichs
kritisch Stellung zu beziehen ("ÖSTERREICH HEUTE - WORK IN
PROGRESS".)

In gewohnt diffamierender Weise soll in der Aussendung der FPÖ der
Eindruck erweckt werden, daß jedwede kritische Stellungnahme
gegenüber dieser Partei und ihrer Regierungsbeteiligung nur von der
SPÖ gesponsert sein kann - eine Verleumdung, die ja von der neuen
Regierung auch schon gegenüber den Hunderttausenden
Demonstrationsteilnehmern angewandt wurde.

Daß der Abscheu vor rechtsradikaler Ideologie ausreichende
Motivation für engagierten Protest sein kann, dürfte Frau
Unterreiner, die offenbar nur unter blindem Gehorsam gegenüber ihrer
Führung zu handeln gewohnt ist, noch nicht aufgegangen sein. Der
Regieverband hat seine strikte Ablehnung der Haider'schen Politik
bereits beim Film-Festival in Berlin publiziert, wird das erneut im
Inland bei dem heimischen Filmfest DIAGONALE tun.

Es ist lächerlich, heimische Filmschaffende, die politische
Wachsamkeit als Bürgerpflicht ansehen, als erfolglose Lohnschreiber
der Sozialdemokratie zu diffamieren (gerade im Werk des von
Fr.Unterreiner als Negativbeispiel zitierten Michael Haneke,
Österreichs international erfolgreichstem Filmemacher, wird man
ideologische Parteibindung vergeblich suchen).

Was aber mit solcher Diffamierung bezweckt werden soll, ist nur
allzu klar: bei der Bevölkerung soll der Eindruck erweckt werden, daß
jene Künstler, die der FPÖ nicht in den Kram passen, "linke",
regierungsfeindliche Demagogen sind, daß die österreichische
Filmszene aus einem Haufen erfolgloser Dillettanten besteht, der nur
Dank "roter" Parteiwirtschaft bisher zu überleben in der Lage war und
dem nun die neuen Machthaber zu zeigen haben, was erfolgreiche
Filmkunst zu sein hat.

Die Zensurdrohung steht im Raum. Seien Sie mit uns wachsam.

Rückfragehinweis: Verband der Filmregisseure Österreichs
Mag. Michael Kreihsl
Tel.: (01) 526 00 06

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

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