"Neues Volksblatt" Kommentar: "In der Mitte" (von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 11. 3. 2000

Linz (OTS) - Die ÖVP atmet befreit auf, erkennt sie doch für sich mehr Platz in der politischen Mitte, wenn andere Parteien nach rechts oder links abdriften. "Mitte" heißt in diesem Fall sicher, nach allen Seiten offen sein. Solche Ortsangaben sind allerdings nur Bezugspunkte im Vergleich zu anderen Parteien, aber noch kein Programm. Die Chance für die ÖVP liegt darin, in dieser politischen Mitte ihre christlich-sozialen Wurzeln schärfer als bisher hervorzukehren. Der politische Umbruch der letzten Wochen hat zu einer Politisierung und Besinnung auf die Ideologien geführt. Bei der SPÖ bricht der Sozialismus durch den dünnen Lack einer "Volks-"Partei. Bei der FPÖ wird sich sehr schnell die ideologische Leere herausstellen, wenn Populismus und Protest wegfallen. Da hat Wolfgang Schüssel Recht, wenn er sich öffentlich als Christdemokrat bekennt. Das erspart ihm zwar nicht Kompromisse in der Tagespolitik, ist aber ein gutes Fundament für langfristige Konzepte, die nachhaltig allen nützen. Die christlich-soziale Idee sucht eben nicht Gegensätze, sondern das Gemeinsame, spielt nicht Wirtschaft gegen Soziales aus. Sie ist sich bewusst, dass keiner zufrieden sein darf, solange ein anderer auf der Strecke bleibt. Diese Ideen wieder politikfähig zu machen, ist die Chance der ÖVP und ihres Obmannes.

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