Einfaches Mitglied

Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Niemand versteht ihn Ausgabe vom 11. März 2000 Klagenfurt (OTS) Das einfache FPÖ-Mitglied Jörg Haider hat es nicht leicht mit seinen Zuhörern. Je gutgläubiger sie an seinen Lippen hängen, desto größer das Missverständnis. Sie verstehen ihn nicht. Niemand hört, was er wirklich sagt. Die ganze Welt hört falsch. So hat er doch auch bei der Aschermittwoch-Rede wirklich niemals gesagt, dass Frankreichs Staatschef ein "Westentaschen-Napoleon" sei. Geschrieben haben es nur jene in der ganzen Welt, die die Hand beißen, die sie füttert. Aber nicht nur von diesen, auch von den eigenen Fans, die er selbst händisch füttert, wird er nicht mehr verstanden. Der Abgeordnete Reinhart Gaugg zum Beispiel hat das einfache Mitglied am Aschermittwoch überhaupt nicht verstanden. Natürlich steht Haider zur Verfütterung von Extrawurst an Grasser. "Problemkinder" brauchen das. Nichts anderes wird Haider am Aschermittwoch wohl gemeint haben, als er sagte, auch das Problemkind werde sich noch an die Obergrenze halten. Gaugg hat vergessen, nachzufragen, an welche? Aber Gaugg hat sich wohl auf Haiders längst zuvor geäußertes Wort verlassen, man könne "Gift darauf nehmen", dass die Fastenzeit auch für den Finanzminister gilt. Aber auch das mit dem Gift wird Haider niemals so gesagt haben. Das wäre ja verheerend, wenn alle, die ihm glauben, plötzlich Gift nehmen müssten. Die Lehre daraus ist, man wird Haider in Zukunft noch genauer zuhören müssen. Denn bisher hat sich herausgestellt, dass viele seiner berühmten Zitate niemals von ihm stammen, sondern stets nur ihm "zugeschrieben" werden.

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