"Kleine Zeitung" Kommentar: "Vor der Realität" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 11.3.2000

Graz (OTS) - Die FPÖ ist damit groß geworden, dass ihr bis
heriger Obmann jahrelang Ressentiments geschürt, Ängste verbreitet und Illusionen genährt hat.

Die EU koste uns unser gutes Geld, so wurde erzählt. Die nach der Osterweiterung einströmenden Arbeitskräfte würden die guten Österreicher um ihre Arbeit bringen, wurde behauptet, und die Budgetprobleme seien ganz einfach zu lösen, indem man die Kassen der Nationalbank ausräume.

Nun, da die FPÖ eine Regierungspartei ist, wird sie von dieser Vergangenheit, die auch ihre Gegenwart ist, eingeholt. Die wenigen Funktionäre, die sie überhaupt herzeigen kann, fallen als Minister unsanft auf den Boden der Realität.

Der Infrastrukturminister hat noch nicht bemerkt, dass Polemik gegen die Osterweiterung zwar lustig sein mag im steirischen Landtagswahlkampf, ihn aber als Regierungspolitiker disqualifiziert.

Am härtesten trifft es sie alle miteinander beim Budget. Ausgerechnet ein FP-Finanzminister muß FP-Ministern beibringen, dass fünfzig Milliarden Schilling mit Privilegienabbau nicht hereinzubringen sind, sondern nur mit breitflächiger Sparpolitik. ****

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