Frauen/Situationsbericht/Waibel

LR Waibel: "Vorarlberger Frauensituationsbericht 2000" Traditionelles Rollenbild Mann-Frau noch ausgeprägt

Bregenz (VLK) - Frauenlandesrätin Eva Maria Waibel
präsentierte heute, Freitag, den gemeinsamen "Vorarlberger Frauensituationsbericht" von Land, Arbeiterkammer Vorarlberg
und ÖGB. Dieser Bericht gibt Auskunft über die
unterschiedlichen Lebenssituationen von Frauen in Vorarlberg. Waibel: "Das Aufzeigen der Ist-Situation von Frauen erscheint
mir notwendig, um auf dieser Basis eine bedarfsgerechte Frauenpolitik weiterzuentwickeln. Der vorliegende
Situationsbericht soll uns Handlungsmöglichkeiten erschließen
und Argumentationsgrundlagen bieten." ****

Seit 1998 arbeitet das Frauenreferat der Vorarlberger Landesregierung, die Arbeiterkammer Vorarlberg und das
Frauenreferat des ÖGB Vorarlberg zusammen. Durch diese enge Zusammenarbeit kommt es zu einem intensiven Informations- und Erfahrungsaustausch. Der vorliegende Situationsbericht über
die Frauen in Vorarlberg drückt die Absicht der Frauen der beteiligten Institutionen aus, "uns bei der Frauenarbeit
gegenseitig zu unterstützen, den Rücken zu stärken und
gemeinsame Handlungen zu setzen."

Frauenlandesrätin Waibel betonte, dass "viele berechtigte Forderungen der Frauen noch nicht erfüllt sind". Die Studie
mache klar, dass es noch genügend zu tun gibt. Wichtige Ansatzpunkte seien der Bildungsbereich oder am Bedarf
orientierte Kinderbetreuungseinrichtungen. Waibel: "Es geht
mir darum, gesellschaftliche Benachteiligungen der Frauen auszugleichen." Das könne aber nicht allein von den Frauen geleistet werden, sondern sei die Aufgabe der gesamten
Gesellschaft, betonte Waibel.

Die Verfasserin des Berichtes, Susanne Feigl, kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Situation der Frauen in Vorarlberg in grundlegenden Trends nicht wesentlich von jener der Frauen im übrigen Österreich unterscheidet. Bemerkenswert scheint, dass
in Vorarlberg das traditionelle Rollenbild (der Mann verdient
- die Frau managt Haushalt und Familie) noch stärker als
anderswo ausgeprägt ist. Vorarlberg hat einen
überdurchschnittlich hohen Anteil an Frauen, die sich ausschließlich der Kinderbetreuung widmen.

Gute Entwicklung im Bildungsbereich

Von den 346.100 Vorarlbergern sind mehr als die Hälfte
(50,5 Prozent) Frauen. Das Bildungsniveau der Frauen und die Beteiligung am Erwerbsleben steigen kontinuierlich an. In den Hierarchien gibt es laut Bericht deutliche
geschlechtsspezifische Unterschiede. Beispielsweise gibt es
in Vorarlberg noch keine Primarärztin. Auch an den Schulen
gibt es auffällige Unterschiede: Der Frauenanteil am
Lehrpersonal macht insgesamt 59 Prozent aus, aber nur 15,4
Prozent der Schuldirektoren sind Frauen. Sehr hoch ist
hingegen der Frauenanteil im Landtag (30,5 Prozent).

Weitere Details im "Vorarlberger Frauensituationsbericht":
Vorarlberg hat mit 42,5 Prozent nach Wien die höchste Scheidungsrate. Ein Fünftel (19 Prozent) der Vorarlberger
Familien mit Kindern sind Alleinerzieherfamilien, 90 Prozent
der Alleinerzieher sind Frauen. Trotz rückläufiger
Geburtenrate ist Vorarlberg noch immer das Land mit der
höchsten durchschnittlichen Kinderzahl (1,9) pro Familie.

Der Bericht kann kostenlos beim Frauenreferat der
Vorarlberger Landesregierung, Römerstraße 15, 6900 Bregenz, Telefonnummer #43(0)5574/511-24113, E-Mail:
monika.lindermayr@vlr.gv.at bezogen werden sowie bei der Arbeiterkammer Vorarlberg, Telefonnummer #43(0)5522/306 und
beim Frauenreferat des ÖGB Vorarlberg, Telefonnummer #43(0)5522/3553-20.
(ug/apa,nvl)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (05574) 511-20138

Landespressestelle Vorarlberg

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVL/NVL