Vortrag: Daniel Libeskind "Das Jüdische Museum in Berlin und neue Projekte" Donnerstag, 23. März 2000, 19.00 Uhr

Wien (OTS) - Am 23. März wird der international renommierte Architekt Daniel Libeskind im MAK in Wien einen Vortrag halten. Daniel Libeskind hat einen neuen kritischen Diskurs und einen multidisziplinären Ansatz in die Architektur eingebracht. Seine Projekte reichen von großen kulturellen Einrichtungen wie Museen und Konzertgebäude über Landschafts- und Stadtplanung bis hin zu Entwürfen von Bühnenbildern, Installationen und Ausstellungen.

Zu seinen bekanntesten Werken zählt das Jüdische Museum in Berlin, das ab 2001 bespielt wird. Derzeit arbeitet Libeskind, dessen Bürositz sich in Berlin befindet, an folgenden Projekten: "The Spiral", dem Erweiterungsbau des Victoria & Albert Museums London; The Imperial War Museum - North in Manchester; der Bremer Philharmonie; dem Jewish Museum San Francisco; der JVC Universität in Guadalajara in Mexico; dem Maurice Wohl Convention Centre für die Bar Ilan Universität, Tel Aviv, Israel und dem Atelier Weil, einem privaten Studio und einer Galerie in Mallorca, Spanien.

Die Werke von Daniel Libeskind, der zu den wichtigsten Vertretern einer neuen Architekturrichtung gehört, basieren auf einem intellektuellen Konzept, das Bezüge zum französischen Poststrukturalismus und Dekonstruktivismus aufweist. Sowohl in seinen Schriften als auch mit seinen Gebäuden manifestiert er stets die Notwendigkeit, mit Architektur nicht nur die physischen, sondern auch die geistigen Bedürfnisse der Nutzer anzusprechen. Libeskind betont, daß Architektur sowohl Verbindungen zur Tradition als auch innovative Formen, die neue gesellschaftliche Möglichkeiten eröffnen, herzustellen habe.

Daniel Libeskind, der vor kurzem auf Einladung des MAK Center for Art and Architecture in Los Angeles einen sehr erfolgreichen Vortag gehalten hat, betonte in bezug auf die aktuelle politische Situation in Österreich die Bedeutung und Verantwortung von progressiven, der künstlerischen Produktion und dem kritischen intellektuellen Austausch verpflichteten Institutionen wie dem MAK. In diesem Zusammenhang erklärte er, daß er natürlich Überlegungen angestellt habe, die beiden geplanten Vorträge in Los Angeles und Wien abzusagen, jedoch zu dem Entschluß gekommen sei, daß eine Institution wie das MAK, mit dem er sich seit Jahren freundschaftlich verbunden fühle, gerade jetzt Solidarität benötige.

Libeskind wurde 1946 als Sohn polnischer Juden geboren und nahm 1965 die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Er studierte Musik in Israel (mit einem Stipendium der America-Israel Cultural Foundation) und New York, wurde ein professioneller Musiker und wechselte dann von der Musik zur Architektur. 1970 schloß er sein Architekturstudium an der Cooper Union for the Advancement of Science and Art in New York City und machte 1972 einen Postgraduierten-Abschluß in Architekturgeschichte und -theorie an der School of Comperative Studies in Essex.

Libeskind hat an vielen Universitäten der Welt gelehrt und Vorträge gehalten. Momentan ist er Professor an der Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe, Louis Kahn Professor an der Yale University und Cret Chair an der Universität of Pennsylvania. Er ist Mitglied der Berliner Akademie der Künste seit 1990 sowie der European Academy of Arts and Letters. Libeskind hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, zuletzt den Deutschen Architekturpreis 1999 für das Jüdische Museum Berlin und 2000 die Goethe Medaille. Er erhielt 1996 außerdem den Amerikanischen Academy of Arts and Letters Award for Architecture und im selben Jahr den Berliner Kulturpreis, 1997 die Ehrendoktorwürde der Humbold Universität Berlin und 1999 am College of Arts and Humanities der Essex University. Sein Werk wurde weltweit in großen Museen und Galerien ausgestellt und war Thema zahlreicher internationaler Publikationen in vielen Sprachen.

Das MAK besitzt ein Konvolut von 36 Zeichnungen und zwei Architekturmodelle zum Jüdischen Museum in Berlin. Die beiden Modelle sind seit kurzem Bestandteil der permanenten Schausammlung Architektur 20. und 21. Jahrhundert.

Vortrag: Daniel Libeskind: "Das Jüdische Museum und neue Projekte"
Datum: Donnerstag, 23. März 2000 Uhrzeit: 19.00 Uhr
Ort: MAK-Vortragssaal

MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst Weiskirchnerstraße 3, A-1010 Wien
Koordination: Martina Kandeler-Fritsch
Eintritt: öS 120.-/ermäßigter Eintritt für Studenten öS 60.- Reservierungen: +43-1-711 36-228
Vortrag in englischer Sprache.

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