Nürnberger: Diese Art der Angleichung ist unsozial!

Beispiele im Metallbereich zeigen, dass echte Angleichung möglich ist

Wien (Gewerkschaft Metall - Bergbau - Energie/ÖGB) "Dass sich FPÖ und ÖVP jetzt rühmen, einen großen Schritt für die Arbeiter getan zu haben, kann man nur als blanken Hohn bezeichnen!" sagt Metallervorsitzender Rudolf Nürnberger zum Thema Angleichung der ArbeiterInnen an die Angestellten am Rande der Landeskonferenz der Gewerkschaften Metall und Textil in Kärnten. "Das ist kein großer Schritt, das ist ein einmaliger Schritt, weil sich die Arbeiterinnen und Arbeiter die Gerechtigkeit selbst bezahlen müssen!" ++++

Die von den Gewerkschaften 1995 gestartete "Aktion Fairness" fordert die Angleichung der Arbeiterinnen und Arbeiter an die Angestellten in drei Bereichen: in der Entgeltfortzahlung, bei den Freistellungsansprüchen und im Beendigungsrecht. Die neue Bundesregierung rühmt sich jetzt zwar, stellt die Arbeiterinnen und Arbeiter aber nicht wirklich mit den Angestellten gleich. In der Entgeltfortzahlung gibt es weiterhin Unterschiede, denn die Arbeiterinnen und Arbeiter zahlen immer noch die höchsten Krankenversicherungsbeiträge aller Berufsgruppen.

"Im Beendigungsrecht passiert überhaupt nichts", sagt Nürnberger, die Regierung drücke sich um die gesetzliche Gleichstellung bei den Kündigungsfristen. Im Urlaubsrecht gebe es massive Verschlechterungen für alle. "Von einer Angleichung der Rechte nach unten haben die Gewerkschaften selbstverständlich niemals gesprochen."

"Gerechtigkeit kann man nicht teilen", betont Nürnberger. Der ÖGB und die Gewerkschaften bestehen weiterhin auf der Umsetzung der "Aktion Fairness". "Diese Art der Angleichung, die sich die Beschäftigten selbst zahlen müssen und die für die Unternehmer ein 2,5 Milliarden Schilling-Geschäft ist, setzt die Ungerechtigkeit fort."

Angleichung in der Metallindustrie erreicht

Die Beispiele aus der Metallindustrie, dem Bergbau, der E-Wirtschaft und den Bereichen Erdöl und Erdgas zeigen, dass eine Angleichung der Rechte durchaus möglich sei. "Die Arbeitgeber haben offensichtlich mehr Gerechtigkeitssinn als die neue Regierung, haben mit uns ein Unrecht aus dem vorigen Jahrhundert beseitigt und haben es auch finanziell verkraftet. In diesen Bereichen haben die Arbeiterinnen und Arbeiter echte Gleichstellung." Für 1,2 Millionen Beschäftigte sei das noch ausständig, hier müssten auf gesetzlicher Ebene Schritte erfolgen.

Zur Haltung der ÖVP sagt Nürnberger: "Die ÖVP hätte in zwei Koalitionen die Chance gehabt, eine echte Gleichstellung umzusetzen. Acht Jahre lang war es Herrn Schüssel aber nicht das geringste Anliegen, in seiner Partei und im ÖAAB dafür zu sorgen, dass diese Ungerechtigkeit beseitigt wird." (nk)

ÖGB, 10. März 2000 Nr. 141

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Nani Kauer
Tel.: 01/501 46/242 Dw. oder 0664/260 34 65
Metaller im Internet: www.gmbe.oegb.or.at

Metallerpresse

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB