Kramer: Innovationen als Schlüsselfaktor der Wettbewerbsfähigkeit

Effiziente Innovationsumsetzung in Österreich scheitert an gesellschaftlichen Vorurteilen - Politik ist gefordert

Wien (PWK) - "Die Erkenntnis vom Produktionsfaktor Wissen ist ungenau definiert. Um wettbewerbsfähig zu sein, das heißt zumindest auf dem erreichten Einkommensniveau vollbeschäftigt zu sein, muss ein Unternehmen, aber auch eine Volkswirtschaft über neues, möglichst exklusives und jedenfalls wirtschaftlich verwertbares Wissen verfügen", erklärte Prof. Helmut Kramer anlässlich eines WIFI-Journalistenseminars zum Thema "MUT zur Veränderung".

"Innovation in Produkte und Produktionsprozesse, einschließlich der betrieblichen Organisation, ist der Schlüsselfaktor der Wettbewerbsfähigkeit auf dem in Österreich erreichten Entwicklungsniveau. Dabei soll nicht übersehen werden", so Kramer, "dass politische und gesellschaftliche Innovationen und Innovationsbereitschaft als Rahmenbedingungen unerlässlich sind, um die betrieblichen Innovationskapazitäten umsetzen zu können."

Kramer: "Nach wie vor gilt der Befund, dass Österreich für Innovationen relativ wenig aufwendet. Diese Diagnose stützt sich auf den Vergleich von F&E-Aufwendungen. Österreich hinkt in dieser Hinsicht nach. Die Zielsetzung, diesen Aufwand signifikant zu steigern, ist richtig, wenngleich kurzfristig schwer erreichbar, und würde außerdem wohl nicht für einen nachhaltigen Erfolg genügen."

Die österreichischen Unternehmen sind an sich ausgesprochen innovativ. Dafür spricht nicht nur die immer eindrucksvoller werdende Liste von innovativen KMU's, die oft in schmalen Marktnischen führend sind. Die Innovationsziele haben sich auffällig von Investitions- und Prozessinnovationen zu Produkt- oder vielmehr Problemlösungsinnovationen verlagert. Die Innovationsaufwendungen der österreichischen Sachgütererzeugung erreichen 3,5 Prozent des Umsatzes, in der EU im Durchschnitt 3,8 Prozent. Schwachstelle der Innovationskapazität ist einmal der relativ geringe Aufwand, der für Innovationen verfügbar ist.

"Gravierend ist aber auch, dass in Österreich gesellschaftliche Vorurteile wie 'Jobkiller' oder 'Umweltgefahr', einer effizienten Innovationsumsetzung häufig entgegenstehen", argumentiert Kramer. Die amerikanische Literatur nennt diesen volkswirtschaftlichen Schlüsselfaktor "social capability for innovation". "Diese müsste verstärkt politische Beachtung finden", appelliert Kramer an die Verantwortlichen in der Regierung. (pt)

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