"Gentechnik pro & contra" in St. Pölten

Molterer, Bauer und Sobotka eröffnen Ausstellung

St. Pölten (NLK) - Vom Pro und Contra der Gentechnik
gekennzeichnet waren die Statements, mit denen Bundesminister Mag. Willi Molterer, LHStv. Dr. Hannes Bauer und LR Mag. Wolfgang Sobotka heute eine von der Plattform "Gentechnik und wir" veranstaltete Gentechnik-Ausstellung in der Shedhalle des St. Pöltner Kulturbezirkes eröffneten. Für Entscheidungen von Fall zu Fall und Schritt nach Schritt sprach sich Molterer aus, der die Emotionalität der Diskussion in den Defiziten ortete, dass die Wissenschaft den Dialog zu lange intern geführt und die Politik sich dem Dialog zu spät gewidmet habe. Etwa im Lebensmittelbereich aber zähle nicht der weiße Mantel des Expertentums, sondern durch persönliche Betroffenheit Recht und Notwendigkeit auf Argumentation. Pro-Argumente wie die bloß beschleunigte Anwendung Mendelscher Gesetze, die Versorgungssicherheit der Menschen und die Implementierung positiver Eigenschaften in Pflanzen zum Nutzen der Menschen stünden ebenso nachvollziehbare Gegenargumente wie das Faktum der von der Natur nie überschrittenen Grenzen, den im wesentlichen durch eine Verteilungsproblematik bedingten Hunger und die Hinterfragung von Zusatzanreizen für Produktivität in Zeiten von Überproduktion entgegen, so Molterer.

Aus der Angst heraus und ins Gespräch eintreten verbindet Bauer mit der Ausstellung. Im Bereich der Medizin und Gesundheit könne man sich etwa rasch auf die Vorteile der Gentechnik einigen, wenn man bedenke, dass 30 Prozent aller Arzneimittel auf gentechnisch veränderter Basis beruhen. Im Bereich der Landwirtschaft aber sei die Schiene der natürlichen Produktion ein Wert an sich und zudem ein österreichisches Markenzeichen. Wenn Prognosen von europaweit neun Millionen Menschen sprechen, die durch Biotechnologie Beschäftigung finden, sei sowohl auf die Gefahr zu verweisen, auf neue Schlüsseltechnologien zu spät zu reagieren als auch von sich öffnenden Märkten, die man gar nicht wolle, so Bauer.

Sobotka verwies darauf, dass die Gentechnik etwa bei medizinischen Aspekten sehr viel zum Nutzen der Menschheit geleistet habe, in den Bereichen der Futtermittel- oder Fleischproduktion aber in Grenzbereiche vordringe, wo die Technologie erst versuchen müsse, Vertrauen aufzubauen. Wenn Niederösterreich eine Technologieoffensive starte und sich dabei gleichzeitig als "Insel der Menschlichkeit" verstehe, dann sei letzteres nicht als Rest des technologischen Fortschritts zu verstehen, sondern als Beitrag zu nachhaltiger Lebensqualität. Die Ausstellung könne viel dazu beitragen, sich statt mit Irrationalismen und Untergriffen mit dem Thema nachhaltig und auf wissenschaftliche Basis auseinander zu setzen, so Sobotka.

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