"Kleine Zeitung" Kommentar: "Zähne und Klauen" (von Elisabeth Tschernitz)

Ausgabe vom 10.3.2000

Graz (OTS) - Der Europäische Gerichtshof hatte ein Einsehen mit
den österreichischen Wirtsleuten, denn die Getränkesteuer hatte ihnen jahrelang Wein, Bier und Schnaps getrübt. "Wettbewerbsverzerrung gegenüber dem benachbarten Ausland". raunzte man landauf, landab.

Wenn man es genau nimmt, könnte sich der Konsument angesichts des Luxemburger Urteils die Hände reiben, denn ab morgen sollten Wein, Bier und Co. wohl billiger werden. Einige schlaue Wirte werden ihre Getränkepreise senken und daraus einen griffigen Marketinggag machen. Die Mehrheit wird jedoch mit Hinweis auf die enorme Belastung der Branche das Geld erleichtert einstecken.

Die Freude könnte jedoch von kurzer Dauer sein. Im Finanzministerium werden findige Beamte schon fieberhaft nachdenken, mit welcher Steuer man den Verlust kompensieren könnte. Man darf auf den Einfallsreichtum gespannt sein. Ob die Wirte nicht eines Tages die Getränkesteuer herbeisehnen werden?

Die Gemeinden, die jetzt Wehklagen anstimmen, als wäre die Sintflut über sie hereingebrochen, muss man erinnern, dass sich der Gemeindebund stets mit Zähnen und Klauen an der "wackeligen" Steuer festgekrallt hat.

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