ÖGJ: Bei ÖIAG-Ausverkauf dramatische Situation am Lehrstellenmarkt

Wien (ÖGB). Wenn die ÖIAG-Privatisierung - wie derzeit geplant -durchgezogen wird, kommt es zu einem Totalausverkauf der heimischen Wirtschaft, zudem zu einer drastischen Situation am Lehrstellenmarkt und einer Verminderung der Berufsausbildungsqualität, hielt der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Albert Maringer, fest.++++

Maringer betonte, dass bei einem ÖIAG-Ausverkauf ans Ausland vor allem 120.000 Arbeitsplätze bedroht wären: "Bei einer Stahlkrise werden Unternehmen, die ihren Sitz zum Beispiel in Deutschland oder England haben, die Situation im Ausland bereinigen, also Betriebe in Österreich zusperren."

Wenn außerdem Schlüsselunternehmen wie die Telekom Austria ausgelagert werden, wäre dies auch politisch fatal: Das Ausland würde unsere Infrastruktur in diesem Bereich bestimmen. Schon jetzt halte die Telekom Italia 25 Prozent an der Telekom Austria: "Bei einem Ausverkauf würde die Telekom Italia sicher zuschlagen", gibt Maringer zu bedenken.

Ausbildungsschiene: Zug würde abfahren

Ein weiteres Problem sei die Ausbildungsschiene. Im Eisenbahn-Bereich werden 1.338 Lehrlinge ausgebildet, im Bereich der ÖIAG sind zirka 1.400 Jugendliche in Metalllehrberufen. "Aus diesen Bereichen kommen unsere Sieger bei der Lehrlingsolympiade. Gerade die ÖIAG weist bei der Berufsausbildung eine hohe Qualität auf - um unsere FacharbeiterInnen werden wir international beneidet", hob Maringer hervor.

Auch nehme die ÖIAG Tausende SchülerInnen und StudentInnen als FerialpraktikantInnen auf. Maringer: "Dieses Ermöglichen einer beruflichen Praxis wirkt sich natürlich positiv auf das Ausbildungsniveau aus. Ausländische Unternehmen werden da aber kein Interesse daran haben. So viel steht fest."

"Bei der Berufsausbildung wird jedenfalls als erstes gespart werden", so Maringer, der befürchtet, dass Lehrwerkstätten geschlossen werden:
"Die Situation am Lehrstellenmarkt würde sich dramatisch verschlechtern."

ÖGB, 9. März 2000 Nr. 138

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