Aktion Alzheimer und Selbsthilfegruppe "Alzheimer Angehörige Austria" rufen das "Jahr der Angehörigen" aus

(OTS) - Wien - In Österreich leben 70-80% aller Demenz-Betroffenen zu Hause und werden von ihren nächsten Angehörigen gepflegt. Die Hälfte dieser Betreuer leidet aufgrund der enorm belastenden Situation selbst unter Depressionen, Burn-Out Syndrom und sozialer Isolation.
Angehörige sind meist auch die ersten, die eine beginnende Alzheimer-Erkrankung bei einem Familienmitglied feststellen und den Betroffenen zum frühzeitigen Arztbesuch motivieren können.
Die Aktion Alzheimer, eine Informationsinitiative der beiden Pharmaunternehmen Novartis und Pfizer, stellt im Jahr 2000 gemeinsam mit der Selbsthilfegruppe "Alzheimer Angehörige Austria" die Angehörigenarbeit in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten.

In einem gemeinsamen Pressegespräch mit der Informationsinitiative Aktion Alzheimer anlässlich des zehnjährigen Bestehens von "Alzheimer Angehörige Austria", hob die Vorsitzende der Selbsthilfegruppe, Lisl Pammer, die Rolle der Angehörigen als wichtigste Stütze für Demenzkranke hervor. "Die Betreuung und Pflege von Demenzkranken, die im Laufe der Erkrankung erhebliche Verhaltensstörungen entwickeln können, gestaltet sich in den meisten Fällen sehr schwierig", sagte sie. "Nur die wenigsten Menschen sind auf diese schwere Rolle in ihrem Leben vorbereitet."
Diese Problematik war zu Beginn des Jahres 1990 Anlass für die Gründung der Selbsthilfegruppe. Ihr Hauptanliegen ist es noch heute, eine Plattform für Aussprachemöglichkeiten zu sein und neben psychotherapeutischer Betreuung und Information viel Zeit für persönliche Gespräche zu bieten.

Praktische und psychologische Unterstützung durch Angehörigentrainingskurse

Um die Lebensqualität der Patienten zu erhöhen und dem sogenannten "Burn-out-Syndrom" auf Seiten der Betreuer vorzubeugen, können Angehörige im Kreise von anderen Betroffenen notwendige Maßnahmen und Lösungsstrategien erlernen.

Die Selbsthilfegruppe "Alzheimer Angehörige Austria" bietet Angehörigen zweitägige Seminare mit Fachärzten, Diplomkrankenschwestern, Psychotherapeuten und einer Vertreterin der Angehörigengruppe. Besseres Verständnis der Erkrankung, das Fertigwerden mit belastenden Symptomen und praktische Pflegetipps sowie der Umgang mit den eigenen Gefühlen, können dabei erlernt werden. Der Erfahrungsaustausch steht auch hier im Mittelpunkt.

Aktion Alzheimer stellt Angehörigenarbeit in den Mittelpunkt ihrer Maßnahmen

Die Informationsinitiative Aktion Alzheimer stellt die Zusammenarbeit mit der Selbsthilfegruppe "Alzheimer Angehörige Austria" in den Mittelpunkt ihrer diesjährigen Aktivitäten. Neben der Förderung der Trainingskurse für Angehörige stehen weitere Informationsschwerpunkte, wie Aufklärung zur Förderung der Früherkennung und Enttabuisierung der Alzheimer-Krankheit auf dem Programm. Der soeben erschienene Ratgeber für die ganze Familie "Was ist bloß mit Opa/Oma los", will Angehörige anregen, sich mit einer möglichen Alzheimer-Erkrankung eines Familienmitgliedes auseinander zu setzen: "Was tun, wenn man erste Anzeichen von Vergesslichkeit oder Veränderungen in der Persönlichkeit bei einem Angehörigen oder Freund bemerkt?" Die Broschüre zeigt auf, welche Warnsignale Angehörige auf jeden Fall ernst nehmen sollten und gibt Tipps, wie man das heikle Thema Arztbesuch mit Geduld und Feingefühl anspricht. Der neue Folder kann bei der Hotline der Aktion Alzheimer (01/486 39 39) kostenlos bestellt werden.

Im Herbst plant die Aktion Alzheimer gemeinsam mit "Alzheimer Angehörige Austria", ein Trainingsbuch mit Gedächtnisübungen für ältere Menschen und ihre Angehörigen herauszugeben.

Pflegebedürftigkeit - eine sozioökonomische Herausforderung für die Zukunft

Auf die sozioökonomischen Aspekte aufgrund der steigenden Zahl dementer, älterer und hilfsbedürftiger Menschen wies der Sozialwissenschafter Christoph Badelt hin. Wenn nicht rechtzeitig gegensteuernde Maßnahmen ergriffen werden, rechnet er bis 2030 mit einer möglichen Zunahme der Zahl betreuungsbedürftiger älterer Menschen in Österreich von derzeit etwa 500.000 auf bis zu 960.000. Badelt sprach von einer sozialpolitischen Herausforderung, der nur durch eine umfassende Langfriststrategie zu begegnen sei. Dazu zählen auch die Realisierung ungenützter Potentiale zur Kostensenkung durch den Ausbau offener Formen der Altenhilfe sowie eine offensive, ausgewogene Politik zur Unterstützung der Betreuungsarbeit durch Angehörige.

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