"Presse"-Kommentar: Geklärte Fronten in den USA (von Burkhard Bischof) Ausgabe vom 9. März 2000

Wien (OTS) - Der "Super-Dienstag" hat also die - mit diesem großen Vorwahltag ja auch beabsichtigte - Klärung der Kandidaten-Fronten in den beiden amerikanischen Parteien gebracht: Vizepräsident Al Gore hat die Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Demokraten sicher in der Tasche, Gouverneur George W. Bush wird für die Republikaner in den Kampf um das Weiße Haus ziehen.

Gore wird bis zum Wahltag am 7. November versuchen, politisch von der guten amerikanischen Wirtschaftskonjunktur zu profitieren. Zugleich wird er darauf achten müssen, daß die moralische Schattenseiten der Ära Clinton nicht doch noch auch auf ihn selbst fallen; seine republikanischen Gegner jedenfalls werden bestimmt nichts unversucht lassen, um ihn anzuschwärzen.

Auch über die "wilden Jahre" von George W. Bush gibt es wohl etliche Dossiers in den Panzerschränken seiner Widersacher. In Rußland heißt das entsprechende Material, das zu einem günstigen Zeitpunkt dann Journalisten zugespielt wird, "Kompromat". Wetten, daß wir aus der bewegten Jugend des George W. in Texas in den nächsten Monaten noch das eine oder andere pikante Detail erfahren werden?

Aber vermutlich ist das im Moment nicht die Hauptsorge des republikanischen Kandidaten: Seine Hauptaufgabe wird es sein, eventuelle Risse, die sich während seines beinharten Duells mit John McCain aufgetan haben, zu kitten, und Gemäßigte und Fundamentalisten in der Partei wieder miteinander zu versöhnen. Deshalb muß Bush auch aus dem rechten Eck wieder heraus, in das ihn McCain geschickt hineinmanövriert hat, und sich selber in der Mitte des politischen Spektrums positionieren.

Von Europa aus aber läßt sich das Wahlkampfgeschehen in den USA mit einiger Gelassenheit beobachten. In der Außenpolitik wären weder von einem Präsidenten Gore noch Bush unberechenbare, spektakuläre Kehrtwendungen zu erwarten. Gore ist zwar der international viel erfahrenere Politiker als Bush, doch der Präsidentensprößling hat ein erstklassiges außenpolitisches Beraterteam um sich versammelt, das schon seinem Vater in der Wendezeit 1989/1991 mit klugem Rat zur Seite gestanden ist.

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