ÖGB-Nussgraber: Frauen droht finanzielles Desaster im Alter

ÖGB-Frauen fordern moderne Frauenpolitik

Wien (ÖGB). ”Die Erhöhung des Pensionsantrittsalters, wird massive Verschlechterungen für alle Beschäftigten, besonders aber für Frauen bringen”, betonte heute die stellv. ÖGB-Frauenvorsitzenden Erika Nussgraber. Die Ursache: Der Lebensverlauf von Frauen weist oft keine durchgehende Erwerbstätigkeit auf, sondern Unterbrechungen für Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen. ++++

Nussgraber: ”Gerade ältere Arbeitnehmerinnen sind von Arbeitslosigkeit betroffen. Bei einer Anhebung des Frühpensionsalters ab Oktober 2000 wären sie massive Verliererinnen.”

Die vorgesehenen einschneidenden Abschläge in der Pensionshöhe bringen den Frauen besondere Nachteile in ihrer Lebensplanung. Frauen, die - in gutem Glauben an eine Pension - gearbeitet und damit Beiträge geleistet und Versicherungszeiten erworben haben, stehen dann vor einem finanziellen Desaster. Nussgraber befürchtet ein massives Steigen der Altersarmut.

”Eine Frau müsste mit 15 Jahren zu arbeiten begonnen haben, um dann mit 60 Jahren ununterbrochener Erwerbstätigkeit die nötigen 45 Beitragsjahre zu erreichen. Selbst die Anrechnung der Kindererziehungszeiten als Beitragszeiten würde nichts ändern, denn 45 Beitragsjahre heißt: niemals Arbeitslosigkeit, niemals Krankengeldbezug, niemals Notstandshilfe”, so die Gewerkschafterin.

Nussgraber forderte eine moderne Frauenpolitik mit konkreten Maßnahmen für den beruflichen Wiedereinstieg nach der Karenz, eine aktive Arbeitsmarktpolitik,
bildungspolitische und familienpolitische Maßnahmen, um Frauen echte Chancen zu geben, gleichberechtigte Partnerinnen im Wirtschafts- und Gesellschaftsleben zu sein. (bfm)

ÖGB, 8. März 2000 Nr. 132

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