Stummvoll warnt vor unüberlegtem Aufweichen der Pensionsreform

Wirtschaftskammer fordert Fairness gegenüber der jüngeren Generation

Wien (PWK) - "Ich warne eindringlich davor, jetzt erneut die unbedingt notwendige Reform des Pensionssystems zu zerreden und aufzuweichen", schaltet sich der Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, Günter Stummvoll, mahnend in die Debatte um die Pensionsreform ein. Jeder, der jetzt versuche, das zukunftsorientierte Pensionspaket im Regierungsübereinkommen aufzuschnüren, handelt nach Ansicht Stummvolls nicht verantwortungsbewusst und lässt jede Fairness gegenüber der jüngeren Generation vermissen: "Wenn man nicht jetzt die Finanzierung des Pensionssystems für die nächsten Jahrzehnte sicherstellt, wird vor allem die heutige Jugend entweder nur noch einen geringen Prozentsatz ihres letzten Aktivbezuges an Pension erhalten oder aber deutlich höhere Pensionsbeiträge bzw. Steuern während ihrer Erwerbstätigkeit zahlen müssen".

Stummvoll erinnert daran, dass alle Experten eine weitere Pensionsreform einmahnen: "Seit 1970 ist die Lebensarbeitszeit auch aufgrund von längeren Ausbildungszeiten um acht Jahre gesunken, die Pensionsbezugsdauer aber um ca. neun Jahre aufgrund der Gott sei Dank längeren Lebenserwartung gestiegen. Bei einer steigenden Lebenserwartung gehen also immer mehr Menschen bei kürzerer Lebensarbeitszeit früher in Pension und beziehen diese immer länger. Das kann sich nicht rechnen, wenn man jetzt nicht gegensteuert. Keine Volkswirtschaft wird es sich auf Dauer leisten können, dass in wenigen Jahrzehnten auf jeden Beitragszahler ein Pensionist kommt".

Der Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich erinnert aber auch daran, dass die jetzt geplanten Reformschritte auch deshalb notwendig geworden sind, weil es wegen des Widerstandes von ÖGB und SPÖ 1997 nur zu einer unzureichenden Reform gekommen ist: "Das darf sich nicht noch einmal wiederholen. Denn jetzt erneut zuzuwarten, erhöht nicht nur die Verunsicherung der Bevölkerung, sondern führt geradewegs zu noch tieferen Einschnitten, die niemand will. Deshalb müssen wir jetzt den Trend zur Frühpension wirksam eindämmen."

Stummvoll verweist dabei auf den SP-nahen Pensionsexperten Rürup, der nach der Reform von 1997 warnend gesagt hat, dass die Abschläge bei Frühpensionen oder die Anhebung des Durchrechnungszeitraumes in "ihrer Dosierung und vom Timing her" zu wenig ausreichend waren. Die Wirtschaft steht jedenfalls weiterhin zu den richtungsweisenden Plänen der Regierung, das Frühpensionsalter in moderaten Etappen anzuheben und durch ein gerechtes System von Zu- und Abschlägen diejenigen zu belohnen, die nicht vorzeitig in Pension gehen. (RH)

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