Der "Faust" vom Mönchsberg - BILD (web)

Salzburg (OTS) - Der Frühling ist die Zeit für Spaziergänge. In der Weltkulturerbestadt Salzburg bietet sich dafür vor allem der Mönchsberg an, auf dem das Wahrzeichen der Stadt, die uneinnehmbare Festung "Hohensalzburg", thront. Der aufmerksame Beobachter trifft dort auf ein sonderbares Haus, in dem einst ein Salzburger lebte, den man den "Faust" oder den "Weisen" vom Mönchsberg nannte.

Vom bekannten "Bräustübl" beim Müllner Hügel aus schlängelt sich der Weg bergaufwärts, vorbei an der Augustinerkirche, und weiter zum Schloss Hotel Mönchstein. Vorbei am Café Winkler führt er den Spaziergänger zur mit Efeu bewachsenen "Bürgerwehr", einer aus 4 Türmen und einer Mauer errichteten Wehranlage. Es eröffnet sich ein herrlicher Blick auf den Festspielbezirk, die Kollegienkirche und die Franziskanerkirche, hinter deren Kuppel sich der Dom erhebt. Etwa zehn Gehminuten von dort stutzt der Spaziergänger beim Anblick einer Villa links des Wegs, von deren Besitzer man sich die seltsamsten Geschichten erzählte:

Alois Grasmayr (1876-1955), der als einer der reichsten Männer Salzburgs galt, ließ in Kleidung und Auftreten nichts davon erkennen und lebte schon allein dadurch außerhalb der Norm. Seine Villa ist durch ihren Turm bekannt, der von einer drehbaren Kugel gekrönt wird, in deren Mitte sich ein fest verankerter Eisentisch mit einer runden Sitzbank befindet. Fasst man kräftig an den Rand des Tisches und zieht daran, so setzt sich die Kugel in Bewegung. Diese gewagte Konstruktion trug einmal mehr zu Grasmayr's Ruf als seltsamer Kauz bei.

Am Beginn des 20. Jahrhunderts war das Haus Mönchsberg Nr. 18 der Treffpunkt des "literarisch-kulturellen Mönchsbergkreises", zu dem unter anderem Stefan Zweig, Ludwig Praehauser und Hermann Bahr zählten. So mysteriös sein Leben den Salzburgern schien, endete es auch. Als der Weltenbummler gerade eines der Erlebnisse seiner letzten Reise beim Frühstück im "Hotel Stein" zum Besten geben wollte, starb er am 11. März 1955 in Salzburg.

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